Man verurteile die Attentate von Paris, die auf die Grundwerte der freien Welt zielten, heißt es in dem von Dietmar Woidke (SPD), Christan Görke (Linke), Clemens Rostock und Petra Budke (beide Grüne) sowie Axel Graf Bülow (FDP) unterzeichneten Aufruf. Sie würden jedoch weder den Islam noch die Muslime in Deutschland repräsentieren. "In Wirklichkeit sind viele der bei uns asylsuchenden Menschen Muslime, die der islamistische Terror zur Flucht aus ihren Heimatstaaten zwang", erklärten die Parteivorsitzenden. Rechtspopulisten wie die AfD oder die Pegida-Organisatoren missbrauchten die Trauer über die Opfer, um "Hass auf Flüchtlinge und religiöse Minderheiten zu schüren." Die CDU beteiligte sich nicht an dem Aufruf der übrigen Parteien. Ihr Landeschef Michael Schierack erklärte am Sonntag, ebenfalls die Gegendemonstration zu unterstützen. "Wir tolerieren nicht diejenigen, die die Toleranz in unserem Land abschaffen wollen", so Schierack. Nötig sei allerdings auch "Transparenz und eine offensive Kommunikation" der für Flüchtlinge zuständigen Behörden mit den Bürgern vor Ort.

Wie CDU-Sprecher Philipp Gursch erklärte, habe man versucht, einen entsprechenden Absatz auch in dem gemeinsamen Aufruf unterzubringen. Dies sei aber an Abstimmungsschwierigkeiten mit der SPD gescheitert. "Deswegen haben wir einen eigenen Aufruf gestartet." Grünen-Sprecher Simon Zunk sprach von einem "eigentlich harmlosen Änderungsantrag", in der Sache seien sich alle einig gewesen. SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz betonte, dass sie der CDU-Änderungswunsch zu spät erreicht habe. Eine Abstimmung sei nicht mehr möglich gewesen. FDP-Landeschef Graf Bülow bedauerte das: "Es wäre schön gewesen, wenn bei diesem Thema alle Parteien mit an Bord gewesen wären."