Auf Bundesebene haben die beiden großen Volksparteien, SPD und CDU, seit 2000 insgesamt rund 375 000 Mitglieder verloren. Für den Berliner Politikwissenschaftler Prof. Peter Lösche hängt das in erster Linie damit zusammen, dass die Mitgliedschaft überaltert ist. „Den Parteien rennen nicht die Mitglieder weg, sondern sie sterben ihnen weg“, erklärt Lösche gegenüber der RUNDSCHAU.

Da die SPD in Brandenburg – ebenso wie die Grünen – eine Neugründung ist, hat sie mit diesem Problem weniger zu tun. Dennoch hat die Partei in den zurückliegenden zehn Jahren ebenso rund 1000 Mitglieder verloren wie die Christdemokraten.

Bei der seit 2009 mitregierenden Linkspartei beträgt der Aderlass in demselben Zeitraum mehr als 5000 Parteimitglieder. Die Liberalen, die wie die Grünen nach anderthalb Jahrzehnten Abstinenz im Jahre 2009 wieder in den Potsdamer Landtag eingezogen sind, haben sich auf ein Niveau von 1500 eingepegelt (minus 250 zum Jahr 2000).

Gewinner im Mitglieder-Ranking sind wie auf Bundesebene Bündnis 90/Die Grünen und zuletzt auch die Piratenpartei. Über Jahre schafften es die Grünen nicht, sich von der 500er-Marke aufwärts zu bewegen. Dem Bundestrend folgend kommen sie jetzt ihrem Ziel immer näher, noch in diesem Jahr die 1000er-Grenze zu übertreffen. Für Landeschef Benjamin Raschke auch ein Zeichen dafür, „dass wir mit unseren Inhalten über den Landtag mehr wahrgenommen werden“.

Piraten von 18 bis 70 Jahren

D urchgestartet sind nach dem Einzug der Piratenpartei ins Berliner Abgeordnetenhaus auch die Brandenburger. Landesgeschäftsführer Holger Kipp verweist auf eine Flut von Aufnahmeanträgen, „die wir gar nicht so schnell wie notwendig bearbeiten können“. Gegenwärtig seien 605 Mitglieder registriert. Kipp: „Das sind keineswegs nur junge Leute. Die Altersspanne reicht von 18 bis 70 Jahren .“ Kommentar & Lausitz Seiten 2 & 3