In dieser Woche empörten sich Vertreter des Personalrates am staatlichen Schulamt Cottbus und der GEW über eine angebliche Ankündigung der SPD-Landtagsfraktion, wonach "man beabsichtige, dem bevorstehenden Lehrermangel dadurch zu begegnen, dass man die Eingangsbesoldung für neu einzustellende Lehrkräfte erhöhen wolle".

"Es wäre ein Schlag ins Gesicht und eine Provokation für alle Lehrerinnen und Lehrer, die seit Jahren im Schuldienst dieses Landes arbeiten, wenn davon nur neu einzustellende Lehrkräfte betroffen wären", heißt es dazu in einer Stellungnahme des Personalrates. Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs, hatte sich in einer Presseklärung bitter über die Pläne beklagt. "Es kommt nicht darauf an, die Besoldung für wenige Lehrkräfte oder für eine ausgewählte Schulform zu erhöhen", sagte Fuchs. Dieser Ansatz zerstöre den Schulfrieden. "Es kommt darauf an, die Eingangsbesoldung A 13 für alle Lehrkräfte in allen Schulformen anzuheben."

Doch zumindest teilweise scheint die Empörung der Pädagogen unbegründet zu sein. "Jeder SEK 1-Lehrer soll mehr Geld kriegen", sagte der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums, Ralph Kotsch, am Freitag gegenüber der RUNDSCHAU. Man wolle unabhängig vom Lebensalter die Besoldung der Lehrer an den Sekundarschulen erhöhen.

"Die Gewerkschaften haben da möglicherweise etwas falsch verstanden", sagte Kotsch. Auch der Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Gerold Büchner, sprach gegenüber der RUNDSCHAU von einem Missverständnis. Man habe auf der Pressekonferenz verkündet, dass alle Lehrer in der sogenannten Eingangsstufe ein höheres Gehalt erhalten sollten. In dieser Stufe befänden sich aber die bei Weitem meisten Lehrer des Landes.

Rot-Rot wolle dafür insgesamt rund 20 Millionen Euro in die Hand nehmen - schon das mache deutlich, dass nicht nur Lehrer, die zum 1. September 2017 neu eingestellt werden, von der Gehaltserhöhung profitieren sollen.

Die Linken indes gingen in dieser Woche noch weiter als die SPD: Ihre bildungspolitische Sprecherin Kathrin Dannenberg hatte sich dafür ausgesprochen, auch Grundschullehrern eine entsprechend höhere Besoldung zukommen zu lassen.