Die Lager von Brandenburgs Gemeinden sind vielerorts bereits voll: Splitt, Sand und Salz stehen für die eisigen Tage bereit. Auch die Winterdienstverträge mit Drittunternehmen sind in den meisten Kommunen unter Dach und Fach, wie eine Umfrage ergab. "Die Einsatzbereitschaft beginnt Ende Oktober, wir sind vorbereitet", sagte der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Karl-Ludwig Böttcher.

An anderer Stelle einsparen

Allerdings könnten die Kosten für die Winterdienste die Haushalte stark belasten. "Je mehr Geld für die Räumung der Straßen ausgegeben werden muss, je mehr müssen wir an anderer Stelle einsparen", so Böttcher. Der Winterdienst sei ein enormer Posten bei den kommunalen Ausgaben. Böttcher appellierte an die Brandenburger, auch selbst zu Schneeschaufel und Besen zu greifen.

Seit Änderung des Straßengesetzes müssen sich die Gemeinden nicht mehr um den Winterdienst in Anliegerstraßen kümmern. Das wird laut Böttcher im ländlichen Raum akzeptiert, nur in den kreisfreien Städten hapere es damit. "Man kann aber nicht immer erwarten, dass die Kommunen alles erledigen." Sie sind für die 12 760 Kilometer Gemeindestraßen im Land verantwortlich.

Auch beim Landesbetrieb Straßenwesen laufen die Vorbereitungen. "Die Straßenmeistereien und die Technik werden kontrolliert, mit zusätzlichem Personal verstärkt und Bestände aufgefüllt", berichtete der Vorstand für Betrieb und Verkehr, Thomas Heyne. "Mit 70 000 Tonnen Salz werden wir gut vorbereitet sein." In der Vergangenheit hatte es vor allem bei den Nachlieferungen des Streumaterials Engpässe gegeben. Im vergangenen milden Winter wurde nach den Angaben nur etwa ein Viertel des Salzbestandes verbraucht. Im Ernstfall müssten bis zu 800 Kilometer Autobahn, 2800 Kilometer Bundesstraßen und 700 Kilometer Land- und Kreisstraßen versorgt werden.

Vorrat für 20 Einsatztage

Die Kommunen haben auch Konsequenzen aus harten Wintern gezogen: Größere Vorräte und eine bessere Vorbereitung sollen gegen Chaos auf Straßen helfen. Erst vor Kurzem saßen Verantwortliche an einem Tisch, um Details zu klären. Rund 1200 Tonnen Salz sollen gelagert werden. Das reicht für 20 Einsatztage.