Politiker aller Parteien sollten "diesem Unsinn" schleunigst ein Ende bereiten, sagte der Präsident des Landesjagdverbandes, Wolfgang Bethe, am Samstag in Paaren/Glien (Havelland). Die aus dem Mittelalter stammende Jagdsteuer sei antiquiert und nun sollten auch noch Gäste über eine Jagderlaubnissteuer zur Kasse gebeten werden.
Nachdem das Brandenburgische Oberverwaltungsgericht die geplante neue Abgabe für unrechtmäßig erklärt hat, soll sie Bethe zufolge nun über das Kommunalabgabengesetz legalisiert werden.
"Gerade die von der Geldgier der Landkreise bedrohten Jäger sind es, die sich besonders für die Regulierung der Wildbestände einsetzen." In Kreisen, die Jagdsteuer erheben, würden sich Jäger mittlerweile wehren, indem sie Leistungen für die Allgemeinheit wie etwa das Wegräumen von Unfallwild nicht länger erbringen.
Auf dem 3. Jägertag hob Agrarminister Wolfgang Birthler (SPD) vor den knapp 250 Delegierten den Beitrag der Jäger zum Naturschutz hervor. Sie erhielten einen artenreichen und gesunden Wildbestand und verminderten so Schäden in der Landschaft. "Die Regelung der Jagd in Schutzgebieten zeigt, dass hier oft von Naturschutz-Romantikern regiert wird", kritisierte Verbandspräsident Bethe. So sei bei der Einrichtung besonderer Flächen für Wiesenbrüter und Wasservögel darauf zu achten, dass ihnen Schwarzwild, Fuchs, Marderhund und Mink vom Leib gehalten werden.
Das Jagdwesen ist laut Birthler ein nicht zu vernachlässigender Wirtschaftsfaktor im ländlichen Raum, wovon unter anderem das Hotel-und Gaststättengewerbe profitiere. Alljährlich kämen allein rund 6000 Gäste nach Brandenburg und füllten die Landeskasse mit ihren Jagdentgelten. Zusätzlich zahlten sie drei Millionen Euro für Kost Logis sowie die Unterhaltung ihrer Mitreisenden.
Die Wildbestände im Land seien "problematisch hoch", stellte der Minister in seiner Rede fest. Deshalb müssten die Abschusspläne erfüllt werden. Mehr als 170 000 Hektar Konversionsflächen und 10 000 Hektar Tagebaugebiete böten dem Wild neue attraktive Lebensräume.
Brandenburgs Landesfläche ist mit 1,1 Millionen Hektar zu 37 Prozent bewaldet - sieben Prozent mehr als der Bundesdurchschnitt. (dpa/wie)