Brandenburgs Jäger haben zuletzt so viele Enten, Dachse und Waschbären erlegt wie noch nie zuvor. Das geht aus dem jüngsten Jagdbericht des Landes Brandenburg hervor. Ganz oben auf der Abschussliste stehen jedoch Wildschweine und Rehe, von denen jeweils rund 70 000 getötet wurden.

Zur Strecke gebracht wurden im Jagdjahr 2014/2015 (1. April bis 31. März) insgesamt rund 164 000 Stück Schalenwild wie Rehe, Hirsche und Wildschweine. Das bedeutete ein Plus von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Knapp 10 000 dieser Tiere verendeten allerdings bei Verkehrsunfällen, die in die Bilanz eingerechnet werden.

Die Bilanz zählt rund 4000 Dachse, 24 000 Waschbären und 16 000 Enten, die geschossen, überfahren oder tot gefunden wurden.

Die Wildschwein-Population wächst rasant, erklärte der Leiter der Obersten Jagdbehörde Ulrich Hardt der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam: „Wir werden nicht müde, die Jäger aufzufordern, mehr Schwarzwild zu erlegen.“ Mittlerweile lautet die Vorgabe, rund 80 Prozent eines Frischlingsjahrgangs zu schießen.

Es gehe sowohl um Seuchengefahren als auch darum, Schäden an Feldern und Wald einzudämmen. Allein auf den Äckern hätten Wildschweine in dem Berichtsjahr eine halbe Million Euro Schaden verursacht, das ist allein die Hälfte dessen, was alle Wildtiere zusammen anrichteten.

Nach Einschätzung von Jagdbehördenleiter Hardt deuten erhöhte Abschusszahlen darauf hin, dass es mehr Tiere gibt, so etwa bei Dachsen und Enten. Auch Rehe fühlten sich offensichtlich sehr wohl in Brandenburg, wie die Verdopplung der Rehwildstrecke in den vergangenen 40 Jahren zeige. „Eher unterschätzen wir die Bestände oft“, sagte Hardt. Dem Zuwachs täten auch die mittlerweile etwa 100 Wölfe in Brandenburg keinen Abbruch: „Dass die Wölfe keine Marmeladenbrötchen essen, ist natürlich klar“, sagte Hardt. Der Effekt der tierischen Jäger sei jedoch nicht eindeutig zu beziffern.