Im Rahmen der Zwangskollektivierung der Landwirtschaft musste dieses Land in den 1960er-Jahren in die entstehenden Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften eingebracht werden. Nach der politischen Wende 1990 verloren jedoch viele Erben von Neusiedlern ihr Land im Zuge des zweiten Vermögensrechtsänderungsgesetzes, weil man fälschlicherweise davon ausging, dass Bodenreformland nicht vererbbar gewesen sei. Die Flächen - in Brandenburg rund 34 000 Hektar - fielen an das Land, wenn deren Besitzer nicht mindestens zehn Jahre selbst in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Davon waren etwa 6500 Menschen betroffen. Im Jahr 2007 sprach der Bundesgerichtshof von einem "sittenwidrigen" Vorgehen Brandenburgs beim Einzug von Bodenreformland.

"Wir wollen historische Ungerechtigkeiten ausgleichen", sagte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, der RUNDSCHAU. "Wir wollen, dass alle ihre Flächen zurückbekommen." Viele Eigentümer hätten nach 1990 mit dem Bodenreformland ihre Zukunft geplant, dies aber anschließend verloren. Dadurch sei vielen Menschen der Glaube an den demokratischen Rechtsstaat genommen. Das Gesetz wollen die Grünen im November in den Landtag einbringen. "Wir hoffen, dass auch CDU und FDP und vielleicht auch Teile der Linken auf den Entwurf mit aufspringen", so Vogel. "Immerhin hatten die Linken ja ähnliche Forderungen, bevor sie zur Regierungspartei im Land geworden sind."