Danach wollen sich die Grünen als "kulturelle und inhaltliche Alternative" zu SPD, Linken und CDU profilieren, um am 27. September nach 15 Jahren den Wiedereinzug ins Parlament zu erreichen. "Wir werden uns nicht an die SPD ankuscheln, nicht auf Samtpfoten in den Landtag schleichen", sagte Vogel. Ziel sei es, "neue Farbe, Frische, Geist und Lebendigkeit in den Landtag bringen". Nach einer aktuellen Umfrage, die die Grünen bei fünf Prozent sieht (die RUNDSCHAU berichtete), besteht dafür eine reale Chance. Zwar bekamen die Grünen auf dem Parteitag sogar Beistand eines SPD-Mannes: In seinem Grußwort wünschte Potsdams Stadtoberhaupt Jann Jakobs der Partei einen "Aufbruch, damit sie dort ankommen, wo sie hingehören, nämlich ins Landesparlament". Gleichwohl ließ Vogel an der Politik der von Platzeck geführten SPD/CDU-Regierung kein gutes Haar. Die SPD sei eine "ausgebrannte Partei", die das Land nur noch verwalte. Allerdings hat der Landesverband gerade selbst eine herbe Niederlage hinnehmen müssen. Das von den Grünen maßgeblich mitgetragene Volksbegehren gegen neue Tagebaue scheiterte (die RUNDSCHAU berichtete). Ungeachtet dessen sehen die Grünen keinen Grund, ihre Position zur Energiepolitik zu revidieren, so Vogel. "Es hat sich gelohnt. Wir haben ein urgrünes Thema ein Jahr lang in der Diskussion halten können." Grünen-Bundesfraktionschefin Renate Künast, warf "Kohle-Platzeck" vor, einseitig auf die CCS-Technologie zur Abscheidung und Lagerung von CO{-2} zu setzen, obwohl diese bis 2020 nicht serienreif sein werde. Gleichwohl wollen die Grünen ihren Wahlkampf nicht auf die Energiepolitik konzentrieren. Als erste Brandenburger Partei verabschiedeten sie ihr Wahlprogramm, das vor allem auch auf Bildungspolitik setzt - auf kleinere Klassen, bessere Ausstattung der Schulen, Abschaffung der Kopfnoten und Maximalgrenzen für Schulwege.