Während einige Mitglieder des CDU-Landesvorstandes eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei ablehnen, bricht Generalsekretär Sven Petke eine Lanze für das Cottbuser Bündnis. Gestern Abend beriet in Cottbus der Landesvorstand der Partei in einer Klausurtagung über die Differenzen. Für heute ist in Genshagen eine weitere Beratung der Parteispitze geplant.
Der Cottbuser CDU-Kreisvorsitzende Michael Schierack erklärte vor den gestrigen Beratungen, die bei Redaktionsschluss noch andauerten: "Wir stehen vor einer Zerreißprobe und es wird in Genshagen knallhart diskutiert werden." Gegenüber der RUNDSCHAU sagte er: "Es ist keine Koalition mit der PDS, es ist ein lokales Bündnis zur Lösung kommunaler Probleme." Auch der geplante gemeinsame Kandidat des Wahlbündnisses, Holger Kelch (CDU), betonte erneut: "Hier geht es in erster Linie um die Stadt."
Kritik kommt unter anderem vom CDU-Landes-Vorsitzenden Jörg Schönbohm, der erklärt hatte, es könne aus seiner Sicht keine Wählergemeinschaft geben, in der sich CDU und Linke.PDS wiederfinden.
Mittlerweile beschäftigt das Bündnis auch die Bundespolitik. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil kritisierte, dass die "Bundes-CDU im Wahlkampf immer heftiger gegen Rot-Rot wettert und offenbar klammheimlich versucht, auf kommunaler Ebene Bündnisse zu schmieden". In Cottbus gehe es um eine neue Qualität, sagte er mit Blick auf schon bestehende Absprachen. (ddp/red/ab)