Viele CDU-Mitglieder, die in der Vergangenheit von den Dauer-Querelen in der zerrissenen Parteispitze genervt waren, zeigten in der vollbesetzten Stadthalle durch Beifall und spontane Zurufe ihre Zustimmung.

Wanka ließ sich auf der Woge der Sympathie mittragen und zeigte bei ihrem verbalen Rundumschlag gegen den politischen Gegner vor den etwa 1000 Gästen Bissigkeit, Witz und Charme. Auf der Bühne umrahmt vom örtlichen Prinzenpaar und anderen Narren, richtete die 57-Jährige in freier Rede den Blick der Partei nach vorn, stärkte den Optimismus und streichelte damit die Seele der Unionsmitglieder. Damit wuchs die in SPD-Kreisen gern als eher „farblose Fachfrau“ abqualifizierte Wissenschafts- und Kulturministerin deutlich über sich hinaus.

Die CDU-Chefin, die beim Parteitag im Januar den glücklosen Ulrich Junghanns als Vorsitzenden abgelöst hatte und auf beachtliche 85,6 Prozent Zustimmung gekommen war, setzte bei der Choreografie des Abends zum Abschluss der Karnevalssaison auf Spaß und Frohsinn. Während Freibier und Brezeln nach bayerischem Vorbild die Stimmung hoben, sorgte ein Spielmannszug mit Pauken und Trompeten und ein Büttenredner für Stimmung. Hatte der Innenminister und Ex-General Schönbohm etwa beim Aschermittwoch der CDU 2005 im benachbarten Herzberg (Elbe-Elster) nach der CDU-Wahlniederlage bei der Landtagswahl noch angekündigt, „wieder den Kampfanzug anzuziehen“, wählte Wanka einen humorvollen Ton.

Wie Wanka die Linke attackierte: Weiter auf Seite 2.

In der Sache blieb sie aber genauso hart wie ihr Vorgänger, der ihren Auftritt mit anderen märkischen CDU-Granden im Saal verfolgte. Während ihrer knapp 20-minütigen Rede nahm Wanka vor allem die märkische Linke aufs Korn. „Sie wollen die Braunkohle durch Erdwärme und Windräder ersetzen, Trinkwasser zum halben Preis liefern und Abwasser gleich umsonst – das hat mit seriöser Politik nichts zu tun“, wetterte die Spitzenkandidatin für die Landtagswahl im September. „Rot-Rot in Brandenburg wäre kein Neuanfang, sondern ein Schicksalsschlag“, prophezeite die Politikerin unter Beifall im „schwarzen Landessüden“.

Auch Wankas Warnung, die Spitzenkandidatin der Linkspartei zur Landtagswahl, Kerstin Kaiser, würde bei einem Wahlsieg zur „sozialistischen Kaiserin“, kam im Saal gut an. Die scharfe Rhetorik hat ihre Gründe. Bei der vergangenen Kommunalwahl im Herbst 2008 war die märkische Union mit 19,8 Prozent der Stimmen fast fünf Prozentpunkte hinter der Linkspartei und sechs hinter dem Koalitionspartner SPD gelandet. Seitdem ist Aufholen angesagt.

Große Koalition oder Rot-Rot? Mehr dazu auf der nächsten Seite.

„Sie gibt uns wieder den Optimismus zurück, den wir lange vermisst haben“, kommentierte ein Mann den Auftritt der Parteichefin. „Frau Wanka zeigt hier deutlich ihren Willen, für ein gutes Ergebnis der Union bei den Landtagswahlen zu kämpfen.“ Dazu trug sicher auch ihre Bemerkung bei, nur die CDU betreibe eine richtige Regierungspolitik. Die SPD hingegen mache Oppositionspolitik, wenn man sich die Versprechungen von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) ansehe, spottete Wanka.

Gleichzeitig fand Wanka ebenso wie CDU-Generalsekretär Dieter Dombrowski auch versöhnliche Worte zur SPD, schließlich ist in sieben Monaten Landtagswahl. Danach würden die Christdemokraten am liebsten das seit zehn Jahren bestehende Regierungsbündnis fortsetzen – schon um eine rot-rote Koalition zu verhindern.