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Brandenburgs Bauern schlagen Alarm

Potsdam.. Deutschland ächzt unter der langen Hitze und Trockenheit. Obwohl Regenschauer und Gewitter seit gestern für leichte Abkühlung sorgen, werden die Probleme vor allem für die Landwirtschaft und auch die Binnenschifffahrt immer größer.

Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, sprach gestern von dramatischen Ernteausfällen. Nach einem Treffen mit Verbraucherministerin Renate Künast (Grüne) am Abend sagte Sonnleitner, Künast habe sich „sehr aufgeschlossen“ für die von den Landwirten erhofften finanziellen Notprogramme gezeigt. Sie wolle die Möglichkeiten in ihrem Hause klären und sich auch bei der EU für die deutschen Bauern einsetzen.
Auch Brandenburgs Bauern schlagen Alarm. Im Land seien bereits 80 Prozent der Ernte geschädigt. Nach Angaben von Landesbauernpräsident Udo Folgart belaufen sich die Schäden auf 225 Millionen Euro.
Wegen der katastrophalen Auswirkungen der Dürre plane das Land Brandenburg Existenzhilfen für in Not geratene Agrarbetriebe, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) gestern in Potsdam. Es werde versucht, mit dem Bund und auch der EU ein Programm aufzulegen, um Insolvenzen von Landwirten wegen der anhaltenden Trockenheit zu verhindern, sagte der Regierungschef. Geplant sei auch ein Vorziehen von Prämienzahlungen, um die Liquidität im Agrarbereich zu sichern.
Die vorgesehene Hilfe soll nur für Existenzsicherungen gegeben werden. „Wir werden nicht in der Lage sein, die Verluste, die durch die Dürre entstanden sind, auszugleichen“, bekräftigte der Ministerpräsident. Gemeinsam mit dem Bauernverband sollen die Auswirkungen minimiert und erträglich gestaltet werden, erklärte Platzeck. (dpa/ddp/kr)