Wiederum andere Forderungen fielen in den Bereich Verbraucherschutz.

Betroffene, so argumentiert das Ministerium, könnten gegen Baugenehmigungen für Ställe klagen. In Brandenburg seien Ersatzbauten oder Modernisierungen zugunsten von mehr Tierwohl das Thema. Komplette Neugründungen von Tierhaltungsbetrieben seien die Ausnahme.

Beispiel Fördermittel für Stallanlagen. Schon heute würden nur Anträge bearbeitet, die in Sachen Tierwohl über den gesetzlichen Standards lägen. Auch sei bereits gesichert, dass kein Tierhalter ohne eigene Fläche Fördermittel bekomme, so der Sprecher des Agrarministers.

Eine Überarbeitung der Düngemittelverordnung sei bereits im Bundesratsverfahren. Die Forderung nach mehr kommunalen Einflussmöglichkeiten und mehr Bürgerbeteiligung bei der Genehmigung von Tierhaltungsanlagen werde mit anderen Ressorts der Landesregierung schon besprochen.

Kein Problem hat Vogelsänger mit der Einrichtung eines Landestierschutzbeauftragten. Der müsse aber auch für den privaten Bereich zuständig sein.

Die Kapazität der großen Geflügelbetriebe in Brandenburg ist in den vergangenen 20 Jahren um 75 Prozent gestiegen. Das ging kürzlich aus einer Antwort von Vogelsänger auf eine parlamentarische Anfrage hervor. 2012 standen in den Ställen fast zwölf Millionen Puten, Hennen, Hähnchen und Enten. An fünf Standorten laufen Genehmigungsverfahren für rund 840 000 Hähnchen-Mastplätze.

Auch Sachsen fördert mit EU- und Landesmitteln die Modernisierung und den Neubau von Ställen. Bis 2020 sollen dafür über 200 Millionen Euro fließen. Ein Drittel des in Sachsen verzehrten Schweinefleisches und zwei Drittel des Rindfleisches werden im Freistaat selbst erzeugt. Der Rest kommt aus anderen Bundesländern und dem Ausland.