Der Einzelhandel in Sachsen und Brandenburg erwartet für November und Dezember größere Umsätze als im Vorjahr. Die Voraussetzungen in der Region seien günstig, sagte Nils Busch-Petersen, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg. "Wir erwarten das beste Weihnachtsgeschäft seit 1990", sagt Eberhard Lucas, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Sachsen. Ein Umsatz von 4,5 Milliarden Euro soll nach Berechnungen seines Verbandes im November und Dezember in die Kassen der sächsischen Einzelhändler fließen. Das sind 300 Millionen Euro mehr als im Vorjahreszeitraum.

Grund für den erhofften Anstieg seien die besten Beschäftigungszahlen in Brandenburg seit 25 Jahren, sagte er. "Tausende Menschen haben ein festes Einkommen, und das lässt sie entspannter konsumieren." Außerdem sei die Kombination aus Weihnachtsmärkten und verkaufsoffenen Sonntagen vor Weihnachten gut für das Geschäft. In Sachsen lasse sich der Anstieg auf die große Kauflaune der Menschen zurückführen. "Es gibt fast keine Sparquote mehr, also geben die Leute ihr Geld aus", sagte Lucas.

Viele Städte in Brandenburg haben einen oder mehrere verkaufsoffene Sonntage in der Adventszeit. Laut einer Umfrage des Handelsverbands Berlin-Brandenburg können die Kunden in den meisten Orten den vierten Advent zum Einkaufen nutzen. Im Freistaat sieht der Handelsverband die Regelungen zu den verkaufsoffenen Sonntagen weniger gelaassen. In sächsischen Städten und Gemeinden dürfen Einzelhändler maximal vier verkaufsoffene Sonntage im Jahr veranstalten. Viele Orte haben sich einen oder gar zwei solcher Sonntage für die Adventszeit aufgehoben. In Dresden, wo lediglich ein einziger verkaufsoffener Sonntag pro Jahr erlaubt ist, fällt dieser auf den zweiten Adventssonntag. In Chemnitz und Leipzig ist jeweils der zweite und vierte Sonntag im Advent geöffnet.

Deutschlandweit wird der Handel im November und Dezember voraussichtlich 91 Milliarden Euro umsetzen. Nach Schätzungen des Handelsverbandes Deutschland (HDE) landen davon mehr als zwölf Milliarden Euro in den Kassen der Online-Anbieter.

Der Online-Handel wird laut HDE deutlich stärker wachsen als der Absatz in Fachgeschäften und Kaufhäusern. Letztere sind dennoch die erste Anlaufstelle bei den Weihnachtseinkäufen. Erst auf Platz drei kommt der Internethandel. Handelsverband-Hauptgeschäftsführer Lucas sieht die Online-Konkurrenz deshalb eher gelassen. Viele stationäre Händler profitierten mittlerweile von der Nachfrage im Internet. "Die Grenze zwischen Online und Offline verwischt immer mehr", sagte er. Jeder zweite Einzelhändler in Sachsen betreibe mittlerweile ein eigenes Online-Angebot.