In der Brandenburger SPD gibt es Überlegungen zur Ausweitung der Ladenöffnung an Sonntagen. Wie der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Sören Kosanke, gegenüber der RUNDSCHAU sagte, werde im Arbeitskreis für Wirtschaft und Finanzen der Fraktion gegenwärtig über eine Änderung des Ladenschlussgesetzes diskutiert: Nach dem Vorbild der sogenannten Bäderregelung in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein sollen Einzelhändler auch in Brandenburger Kur- und Erholungsorten künftig an bis zu 40 Sonntagen im Jahr ein breites Sortiment an Waren anbieten dürfen.

Bislang dürfen Läden in Brandenburg nur an sechs Sonntagen pro Jahr öffnen. In Tourismusorten dürfen darüber hinaus an bis zu 40 Tagen im Jahr Souvenirs, Blumen und ähnliche Waren angeboten werden. Künftig soll dieses Sortiment erweitert werden: Den Planungen aus dem SPD-Arbeitskreis zufolge sollen gut 20 Warengruppen neu in die Ausnahmeregelungen aufgenommen werden, darunter Bekleidung, Kosmetik, Schmuck, Schuhe, Nahrungs- und Genussmittel sowie Getränke. Welcher Ort ein Tourismusort ist, regelt schon heute die "Ladenschluss-Ausnahmeverordnung": Sie enthält eine Vielzahl von Städten und Gemeinden, darunter die komplette Cottbuser Altstadt, Lübben, Elsterwerda und Mühlberg. Überall dort soll das erweiterte Sortiment künftig verkauft werden dürfen.

"Wir haben die Situation, dass sich der Tourismus im Land immer mehr zum Tagestourismus entwickelt", sagt der SPD-Abgeordnete Kosanke. Und wer am Sonntag nach Brandenburg fahre, könne dort eben nur Souvenirs erwerben. "Im Spreewald oder in Potsdam haben wir die Situation, dass manche Läden zwar am Sonntag aufmachen, aber die Hälfte ihres Sortiments nicht verkaufen dürfen." Auf Unterstützung trifft der Vorstoß der Sozialdemokraten beim Einzelhandelsverband Berlin-Brandenburg: Dessen Hauptgeschäftsführer Nils Busch-Petersen verweist gegenüber der RUNDSCHAU darauf, dass heute bereits zehn Prozent aller Einzelhandelsumsätze online erzielt würden. Und der stärkste Einkaufstag sei dabei der Sonntag.

"Es gibt in Brandenburg viele Orte, wo das Betreiben eines Geschäfts davon abhängt, dass man lange öffnen kann", sagt Busch-Petersen. Eine Ausweitung des Sortiments in Tourismusgebieten sei daher nur zu begrüßen.