CDU-Generalsekretär Sven Petke bekräftigte dagegen gestern die Forderung, "dass im Geist der Versöhnung in der Bundeshauptstadt Berlin ein sichtbares Zeichen gesetzt wird, um an das Unrecht von Vertreibung zu erinnern".
Für SPD-Generalsekretär Klaus Ness ist Berlin als Standort "denkbar ungeeignet". Auch dürfe in einem solchen Zentrum nicht - wie vorgesehen - nur der deutschen Opfer gedacht werden. Diese Ansicht vertrat auch Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Eine Aufarbeitung der Vertreibungsgeschichte wäre durch die Wahl des Ortes vorbelastet und dürfe nicht einseitig aus vor allem deutscher Sicht erfolgen, sagte Platzeck. Statt des geplanten Zentrums plädierte er für den Ausbau eines europäischen Netzwerks zur Aufarbeitung der Geschichte. Auch angesichts des schweren Schicksals von vielen Millionen vertriebenen Deutschen dürfe nie außer Acht gelassen werden, dass erst der von Nazi-Deutschland entfachte Krieg die Ursache für Vertreibungen war, bemerkte Platzeck.
Nach den Vorstellungen des Bundes der Vertriebenen sollte in dem Zentrum das Schicksal der deutschen Deportations- und Vertreibungsopfer sowie ihre Siedlungsgeschichte dargestellt werden. Gegen das Projekt hat es immer wieder Proteste gegeben. Vor allem in Polen wird den deutschen Vertriebenen vorgeworfen, sich als die Opfer des Krieges zu verstehen und den Krieg als Ursache für ihre spätere Deportation zu ignorieren. Ness betonte: "Ein solches Zentrum muss die Akzeptanz aller finden."
Nach Ansicht von CDU-Generalsekretär Petke sollte mit einem Zentrum die Vertreibung geächtet werden. Die Bundesrepublik dürfe nicht zulassen, dass die Opfer von Vertreibungen "dem Vergessen anheim fallen". (dpa/mb)