In seiner Prüfmitteilung erklärte das Gremium, dass das Ministerium "im Rahmen der Möglichkeiten" Konsequenzen aus den Prüfergebnissen "gezogen beziehungsweise angekündigt" habe. Das teilte die Pressestelle des Ministeriums am Freitag auf wiederholte Nachfrage der RUNDSCHAU mit. Der Landesrechnungshof hatte die Förderpraxis für "Pro Agro" scharf kritisiert. Am Montag hatte das Ministerium von Jörg Vogelsänger (SPD) noch erklärt, man wisse nicht, wann die Prüfung des Rechnungshofes abgeschlossen sei. Angeblich sei der Prüfbescheid dann am Dienstag im Ministerium eingetroffen.

Laut Landesrechnungshof sind bei der Förderung Projektmittel geflossen, ohne dass klar war, welche Projekte damit überhaupt gefördert werden sollten. Zudem habe der Verein einen "Vorschuss" in Höhe von 250 000 Euro erhalten, dessen Zweck den Rechnungsprüfern nicht schlüssig erklärt werden konnte.

Zwei Tage nach dem ersten Bericht der RUNDSCHAU erklärte das Ministerium dazu am Freitag, dass in der EU-Förderperiode der Jahre 2000 bis 2006 die Landwirtschaftsförderung der EU auf das Erstattungsprinzip umgestellt worden sei. "Mit Zustimmung des Ministeriums der Finanzen ist dem Verband Pro Agro im Jahr 2005 daher ein Vorschuss in Höhe von 250 000 Euro zugewendet worden", teilte das Ministerium mit. "Das Geld wurde rechtmäßig für die Bezahlung von Rechnungen für bewilligte Förderprojekte eingesetzt." Der Verband habe 2011 mit der Rückzahlung des Vorschusses begonnen.

Der Landesrechnungshof hatte auch kritisiert, dass die letzte Rate erst zurückgezahlt worden sei, als der Landesrechnungshof den Vorgang prüfte. Die letzte Rate sei "im ersten Quartal 2014" gezahlt worden, erklärt nun das Ministerium. Nach RUNDSCHAU-Informationen lag die erste Prüfmitteilung des Landesrechnungshofs im November 2014 vor, die Prüfung des Vorgangs fand also in den Monaten zuvor statt.