Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) empfahl das Konzept bundesweit zur Nachahmung. Der Zusammenhang von Arbeitslosigkeit und erhöhter Krankheitsanfälligkeit sei offensichtlich, das brandenburgische Konzept "sinnvoll und vorbildlich". Die Idee aus dem Arbeitsministerium in Potsdam war von der Mittelmärkischen Arbeitsgemeinschaft zur Integration in Arbeit - kurz Maia - zwischen 2005 und Ende 2008 umgesetzt worden. Das Projekt wurde aus dem Europäischen Sozialfonds ESF mit 300 000 Euro unterstützt. Die Maia will es mit eigenem Budget fortsetzen. Bundesweit soll das Konzept mit einer 15-minütigen DVD und einer Broschüre bekannt gemacht werden. Es gebe schon Anfragen verschiedener Arbeitsagenturen und Arbeitsgemeinschaften, sagte Ziegler. Dem Film zufolge gibt es rund 700 000 Betroffene in Deutschland. Rund ein Viertel der Arbeitslosen seien gesundheitlich beeinträchtigt, bei Langzeitarbeitslosen sogar ein Drittel. Bei dem Projekt arbeiten der Fallmanager, ein Sozialmediziner und ein Psychotherapeut im Team. Macht der Arbeitslose Fortschritte, werden Arbeitgeber gesucht, die ein Praktikum ermöglichen. Die Krankenkassen finanzieren Kurse zu Gesundheit, Ernährung, Entspannung usw. Sonst müssen Arbeitslose solche Schulungen vorfinanzieren. Das Ergebnis sei überzeugend, sagte Scholz. Maia-Geschäftsführer Uwe Schade berichtete, rund 200 Menschen hätten an dem Projekt teilgenommen und mehr als 15 Prozent jetzt wieder eine sozialversicherungspflichtige Arbeit. Aber auch den anderen habe es etwas gebracht. 40 Prozent hätten ihre Chancen auf eine Anstellung verbessert. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer fühle sich gesundheitlich besser. dpa/das