Es sei erfreulich, wenn Brandenburger mit ihrem Leben zufrieden seien, sagte die Vorsitzende des Landesvorstandes der Volkssolidarität, Irene Wolff-Molorciuc. Andere Ergebnisse seien aber erschreckend, etwa die Angst vor Altersarmut. Deutsche Einheit, soziale und wirtschaftliche Lage, Hoffnungen und Befürchtungen - der Report, für den das Sozialwissenschaftliche Forschungszentrum Berlin-Brandenburg im Mai und Juni vergangenen Jahres 1015 Brandenburger befragt hat, widmet sich sehr unterschiedlichen Aspekten. So möchte jeder Zehnte dem Report zufolge die DDR zurückhaben. 38 Prozent der Befragten bewerten die deutsche Einheit für sich als Gewinn, 27 Prozent verbinden mit dem historischen Ereignis Verluste. Dieser Ansicht sind mehrheitlich die 40 bis 49 Jahre alten Märker. In der Altersgruppe der 25- bis 39-Jährigen stehen die Gewinne im Vordergrund. Bei den meisten Befragten jedoch halten sich Gewinne und Verluste die Waage. Die Brandenburger fühlen sich dem Report zufolge mit ihrer Kommune, dem Bundesland und Ostdeutschland eng verbunden. Nur jeder Fünfte vertraut laut Studie in vollem Umfang der Landesregierung und den Gerichten. Unter den staatlichen Institutionen genießen Polizei und Gemeindeverwaltungen das größte Vertrauen. Das soziale Klima gegenüber Kindern und Ausländern wird in dem Report als besonders unfreundlich bezeichnet. 38 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass in Deutschland zu viele Ausländer lebten, 73 Prozent meinen, dass Ausländer sich anpassen sollten. Allerdings fehlen den Angaben zufolge weitgehend eigene Erfahrungen mit Ausländern im Alltag. Zwei Drittel der Befragten halten ihre Stadt oder Gemeinde für kinderfreundlich. Familien mit Kindern und Alleinerziehende äußerten sich dagegen kritischer. Der Sozialreport wendet sich an Politiker, Verbände, Sozialwissenschaftler und Verwaltungen. Die Studie sei mit Blick auf die anstehenden Wahlen in diesem Jahr erstellt worden. Sie solle aber auch Grundlage der eigenen Arbeit sein, um zum Beispiel dem Vorwurf des Populismus zu begegnen. dpa/mb