„Es macht mich fassungslos und ratlos, dass Menschen wie Dietmar Woidke ihr Handwerk nicht verstehen“, sagte Senftleben bei einem CDU-Landesparteitag am Samstag in Schönefeld. Dort hat die Partei ihr Wahlprogramm einstimmig beschlossen. Woidke habe nach sechs Jahren nichts vorzuweisen, was dieses Land vorangebracht habe.

„Krempeln wir die Ärmel hoch“, rief der Lauitzer den Delegierten eines Landesparteitags, der am Samstag in Schönefeld tagte, zu. „Wir können, wir wollen und wir werden stärkste Kraft am 1. September.“ Scharfe Kritik äußerte er am Landesentwicklungsplan der rot-roten Regierung und den Enteignungsplänen von Kevin Kühnert und dem Berliner Wohnungsvolksbegehren.

Statt Enteignungen sollte es Neubauten geben. „Ich habe Bock darauf, dass Mütter, Väter und Großmütter über die Wiese springen, mit großen Zollstöcken und ihr Haus vermessen“, sagte Senftleben. „Ich habe Bock darauf, dass wir alle Kommunen in den Mittelpunkt unserer Politik stellen.“ Alle hätten ein Recht darauf, dass man sich um sie kümmere.

Zuvor hatte der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) die Delegierten auf die bevorstehenden Wahlkämpfe eingeschworen. Auch in Hessen habe 50 Jahre lang die SPD regiert, sagte der Ministerpräsident, der sich wünschte, dass „der Ingo ein Kollege wird“.

Nun aber sei seit 20 Jahren die CDU an der Macht. „Brandenburg ist nicht die Unterabteilung der SPD und die SPD ist nach 30 Jahren ermattet“, sagte Bouffier unter dem Applaus der Delegierten. „Es macht doch keinen Sinn, eine ermattete Truppe mit ein paar Hilfsstöckchen auf eine neue Runde zu schicken.“

Dass ausgerechnet Bouffier in Schönefeld redete, dürfte auch damit zusammenhängen, dass er seit zwei Legislaturperioden erfolgreich mit den Grünen zusammenarbeitete und auf eine große Koalition mit der SPD verzichtet hat. Bei den Brandenburgern, deren Landesvorsitzender Senftleben bekanntlich mit einer Koalition mit Grünen und Linken liebäugelt, schilderte Bouffier die Grünen in Schönefeld als „lernfähig“- sie hätten in Hessen sogar einem Ausbau der Videoüberwachung zugestimmt.

Gegen die SPD fuhr er dagegen scharfe Angriffe, insbesondere in der vom Juso-Bundesvorsitzenden Kevin Kühnert ausgelösten Enteignungsdebatte. „Die Zukunft unseres Landes, wenn wir noch alle Tassen im Schrank haben, kann doch nicht darin liegen, dass wir in Verhältnisse zurück wollen, wo wir 14 Jahre auf einen Trabbi warten mussten.“

Doch auch ein aktuelles Thema sprach Bouffier an: In Hessen habe die Landesregierung 3000 Arbeitsplätze aus Wiesbaden in die Fläche verlagert. Doch man plant dort offenbar keine Verlagerung eines Ministeriums: Stattdessen beschrieb Bouffier so genannte „Co-Spaces“, wo die Beamten vier Tage pro Woche wohnortnah arbeiten können – und nur noch einmal in der Woche nach Wiesbaden pendeln müssen.