Auch bei der Überprüfung der Statistik für 2014 habe sich gezeigt, dass nicht nur in der Polizeidirektion West, sondern auch in der Direktion Süd die Fallzahlen nach einer umstrittenen Methode erfasst worden seien, sagte Landeskriminaldirektor Roger Höppner am Freitag. Dabei wurden etwa bei Wohnungseinbrüchen Serientaten zu einem Fall zusammengefasst. Er könne nicht ausschließen, dass dies auch in der Direktion Süd bereits 2013 geschehen sei, sagte Höppner. Die Opposition im Landtag hegt schon lange den Verdacht, dass die Kriminalstatistik geschönt werden sollte, um den geplanten Stellenabbau bei der Polizei zu rechtfertigen. Dies hatte der damalige Polizeipräsident und heutige Innenstaatssekretär Arne Feuring stets zurückgewiesen. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) äußerte sich am Freitag auf Nachfrage, ob er Feuring vertraue, neutral: "Ich arbeite mit meinem Staatssekretär zusammen", sagte er.

"Durch die Differenz von 3985 Fällen wird deutlich, dass an der Erfassung und somit auch an der Kriminalstatistik in Gänze gedreht wurde. Dieses Vorgehen ist unakzeptabel und stellt einen Betrug am Bürger und seiner Polizei dar", sagt Riccardo Nemitz, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter. "Das Ansehen der Polizei ist dadurch in unnötiger Weise geschädigt worden."