Dies geht aus einer vom Trierer Soziologen Rüdiger Jacob erstellten Umfrage unter 12 000 Medizinstudenten hervor.

Deren Ergebnisse sind am Donnerstag auf einer Veranstaltung des Verbunds christlicher Kliniken Brandenburg in Potsdam der Öffentlichkeit vorgestellt worden.

Allerdings nur 23 Prozent aller angehenden Ärzte bundesweit können es sich vorstellen, nach ihrem Studium in Brandenburg zu arbeiten. Auch ein großer Ärztezuwachs aus den Nachbarländern ist laut Studie nicht zu erwarten. Während 74 Prozent der aus Brandenburg stammenden Medizinstudenten angaben, sich die Mark als Arbeitsort vorstellen zu können, ziehen nur 20 Prozent der in Sachsen geborenen Umfrageteilnehmer in Erwägung, nach dem Berufsabschluss nach Brandenburg umzuziehen. Einen etwas besseren Ruf hat das Land bei Studenten aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin: Von ihnen sehen 32 beziehungsweise 35 Prozent die Möglichkeit, ihren Beruf in Brandenburg auszuüben.

Der Verbund christlicher Kliniken Brandenburg plant seit einigen Jahren die Gründung einer eigenen medizinischen Fakultät, um dem Ärztemangel in Brandenburg entgegenzutreten. "Die Umfrage zeigt, dass Mediziner gerne in der Nähe ihres Studienortes leben und arbeiten", so der Initiator des Projekts, der Bernauer Chefarzt Johannes Albers. Die geplante "European University of Health" soll mit einer medizinischen Fakultät aus Österreich zusammenarbeiten und in Brandenburg österreichische Abschlüsse verleihen, die nach EU-Recht auch in Deutschland anerkannt werden. Derzeit fehlten allerdings noch Teile des Startkapitals. Für eine Akkreditierung der geplanten privaten Fakultät müssten Sicherheiten geschaffen werden, damit Studenten auch im Fall eines Scheiterns ihr Studium fortsetzen können.

Finanziert werden soll das Projekt durch Studiengebühren von Studenten. Sie sollen rund 60 000 Euro für ein Studium betragen. Wenn sich Studenten verpflichteten, danach einige Jahre in einer Klinik des Trägerverbunds zu arbeiten, soll ihnen ein Teil der Gebühren erlassen werden.