Fleißige Bienen auf dem Dach der Landesvertretung Brandenburg in der Hauptstadt: Dort gibt es seit 2015 ein Bienenvolk - der Ertrag wurde in diesem Jahr kräftig gesteigert.

Bereits dreimal wurde geerntet, zusammengekommen sind bislang 78 Kilogramm Honig, wie die Staatskanzlei in Potsdam mitteilte. Offen ist noch, ob es eine vierte Ernte geben wird. Die Bilanz vom vergangenen Jahr: Knapp 44 Kilogramm. Der Honig kommt in 125 Gramm große Gläser und wird an Gäste der Landesvertretung verteilt. Mit der "Bienen-über-Berlin-Initiative" will das Land für Imker-Nachwuchs in der Mark werben.

Wegen Trockenheit im Frühjahr gehen brandenburgische Imker dieses Jahr insgesamt von einer durchwachsenen Honig-Ernte aus. "Es könnte passieren, dass es weniger Ertrag als in den Vorjahren gibt", sagte der Zweite Vorsitzende des Landesverbands Brandenburgischer Imker, Lothar Lucke. Imker hätten davon berichtet, dass ihre Bienenvölker auf einigen Feldern keinen Nektar aus Blüten saugen konnten.

Ein abschließendes Ertragsergebnis stehe erst im Herbst fest, weil die Ernte zum Teil noch laufe. Das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf geht momentan von einem Durchschnittsjahr aus, verweist aber auch auf Probleme durch Trockenheit.

75 Prozent der Imker haben ihre Ernte nach Verbandsangaben bereits abgeschlossen. Sie starte jährlich Ende April mit der Obstblüte. Jetzt summen Bienen noch auf Buchweizen- und Heidefeldern. Der Honig-Ertrag lag im vergangenen Jahr in Brandenburg grob geschätzt bei etwa 660 Tonnen, wie das Länderinstitut unter Berufung auf Verbandszahlen mitteilte. Im Land gab es 2015 demnach gut 22 000 Bienenvölker. Zum Vergleich: 2006 seien es noch 15 700 gewesen.

Seinen eigenen Honig zu ernten, ist offensichtlich beliebt. Der Verband verzeichnet nach eigenen Angaben einen jährlichen Mitgliederzuwachs von etwa sieben Prozent. Momentan seien es etwa 2500 Imker. Der Direktor des Länderinstituts, Kaspar Bienefeld, sagte: "Die Nachfrage nach regional erzeugtem Honig steigt deutlich." Der Imkerverband verweist auch darauf, dass es in der Bevölkerung eine wachsende Sensibilisierung für die Natur gebe.