Nach Angaben des ADAC sank die Zahl der registrierten Staus im Vergleichszeitraum in Brandenburg um 500. Das ist für die Autofahrer nur ein schwacher Trost, standen sie dafür doch in absoluten Zahlen länger Stoßstange an Stoßstange, wie die Verkehrsexperten aus München ermittelten.

Auch bundesweit haben sich die Stauprobleme auf deutschen Autobahnen verschärft. „Die Staulänge in Deutschland summiert sich in diesem Jahr auf mehr als 450 000 Kilometer“, wie ADAC-Präsident Peter Meyer erklärte. Dies seien mindestens 50 000 Kilometer mehr als im Vorjahr gewesen, errechnete der Club nach Daten der Polizei, von Staumeldern und seiner Straßenwacht. Auch die Gesamtzahl der Staus erhöhte sich. Mit einer besseren Baustellen-Planung könne Stillstand auf den Fernstraßen oft vermieden werden, sagte ein Sprecher.

Registriert wurden in diesem Jahr bundesweit rund 189 000 Staus, wie der ADAC erläuterte. Das waren nach grob gerundeten Zahlen des Clubs bis zu 4000 mehr als 2010. Die meisten Staus gab es demnach im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 59 000, gefolgt von Berlin mit 30 000 und Bayern mit 26 000 Staus. Am seltensten auf die Geduldsprobe gestellt wurden Autofahrer im dünn besiedelten Mecklenburg-Vorpommern mit 438 Staus.

Häufige Ursache für oft kilometerlange Staus auf Autobahnen sind Unfälle, aber auch dichtes Verkehrsaufkommen, etwa wenn in großen Bundesländern gleichzeitig Schulferien beginnen. Verbesserungsfähig sei vielfach das Baustellenmanagement, sagte ein ADAC-Sprecher. Schon bei den Ausschreibungen solle daher festgelegt werden, dass zum Beispiel an staukritischen Stellen auch sonntags oder nachts gearbeitet wird – mit entsprechenden Zuschlägen.

ADAC-Präsident Meyer forderte von der Bundesregierung, bei Ausbau und Unterhalt von Straßen den Blick wieder stärker nach Westen zu richten. „Die Politik hat sich in der Vergangenheit vor allem auf den Aufbau Ost konzentriert. Jetzt müssen wir prüfen, welche Autobahnen im Westen dringend ausgebaut werden müssen.“