Vom Bund werde das Land in diesem Jahr rund 60 Millionen erstattet bekommen. Davon bleiben 30 Millionen Euro beim Land, 30 Millionen werden an die Kommunen weitergereicht. "Das heißt, die Gelder vom Bund sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein", so Görke.

"Bislang tragen die Lasten fast ausschließlich die Länder und Kommunen." Derzeit gehe er davon aus, das Haushaltsjahr 2015 mit allergrößter Wahrscheinlichkeit mit einer "schwarzen Null" abschließen zu können. "Überschüsse wie in den letzten Jahren werden wir nicht mehr erreichen", so Görke. Diese würden vor dem Hintergrund der aktuellen Situation fast ausschließlich in die Flüchtlingsunterbringung fließen. Für 2016 rechne er mit einem Nachtragshaushalt.

Innenstaatssekretär Matthias Kahl (SPD) nannte die Lage im Bereich Asyl am Donnerstag "dramatisch". Derzeit würden täglich vier Züge mit Flüchtlingen Bayern in Richtung anderer Bundesländer verlassen. In Brandenburg werden bis zum kommenden Montag voraussichtlich 900 weitere Flüchtlinge erwartet.

Brandenburg hat im September insgesamt 7037 Asylsuchende neu aufgenommen. Damit kamen innerhalb eines Monats deutlich mehr Flüchtlinge ins Land als im gesamten Jahr 2014 - wo es 6315 waren.

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind nach Angaben von Innenminister Karl-Heinz Schröter damit bereits 17 189 Asylsuchende nach Brandenburg gekommen. "Sollte der Zustrom von Asylbewerbern in diesem Maße anhalten, muss das Land in diesem Jahr weit mehr als 30 000 Flüchtlinge aufnehmen", sagte der Minister.

Im Haushaltsausschuss des Landes wurde zudem die Einstellung von 240 weiteren Lehrern für die insgesamt 3156 einzugliedernden Flüchtlingskinder genehmigt.

Mit den Lehrern sollen nach Angaben von Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher (SPD) Willkommensklassen geschaffen werden. Außerdem soll der "Druck aus dem Bildungssystem" in Brandenburg genommen werden. Derzeit sei das Ministerium "am Ende der Ressourcen". Der CDU-Haushaltsexperte Steeven Bretz nannte es "beachtlich, dass 240 Stellen mal eben so abgedeckt werden können."

Finanzminister Görke betonte, dass auch die freien Schulen in Brandenburg Zuschüsse für die Betreuung von Flüchtlingskindern erhalten sollen.