Über 80 000 Vögel in Brandenburg und Sachsen, das ist das vorläufige Zwischenergebnis der Mitmach-Aktion für Vogelfreunde, die die Naturschutzverbände Nabu und LBV an diesem Wochenende durchführen. Jeder kann mitmachen und die Vögel in seinem Garten zählen. Die Ergebnisse kann man via Internet melden und dort live verfolgen, wie sich die Zahlen entwickeln.

Sperling liegt in Brandenburg und Sachsen vorn

1277 Menschen haben sich laut Zählung des Nabu allein in Brandenburg bis zum Sonntagmorgen beteiligt, rund 1800 in Sachsen. Auf Platz 1 der Hitliste steht bisher der Sperling. Sowohl beim Haus- als auch bei Feldsperling geht die Tendenz dabei deutlich nach oben. Über 16 Sperlinge pro Garten – das sind deutlich mehr als bei der letzten Winterzählung 2019.

Leicht rückläufig ist bisher die Anzahl der Kohlmeisen, die auf Platz drei in Brandenburg liegen. dafür gibt es mehr Blaumeisen und Elstern.

In Sachsen hat sich die Rabenkrähe in die Top 5 geschoben. Spitzenreiter ist aber auch hier der Haussperling.

Auffällig viele Seidenschwänze

Auffällig ist bisher die große Anzahl von Seidenschwänzen. „Im Osten liegen Seidenschwanz-Meldungen aus weiten Teilen Brandenburgs und Sachsens von der Prignitz über den Raum Berlin bis in den Spreewald und nach Bautzen und Görlitz vor“, berichtet der Nabu. „Die bunten Vögel brüten in Skandinavien und Sibirien und es drängt sie mal mehr und mal weniger im Winter nach Mitteleuropa.“ In diesem Jahr offenbar mehr. Ein Plus von 1146 Prozent weist die Statistik bisher für Brandenburg aus.

Eine weitere Beobachtung aus der vorläufigen Statistik. „Der Eichelhäher ist auf Rekordkurs. Dies liegt an dem außergewöhnlich starken Einflug von Eichelhähern aus dem Norden und Osten Europas im vergangenen Herbst. 2011 konnten wir schon einmal die Auswirkungen von Masseneinflügen feststellen.“

Der milde Winter macht sich bemerkbar

„Spürbare Auswirkungen des milden Winters“ machen die Experten unter anderem am Bestand der Ringeltauben und anderer „Teilzieher“ aus, die den Weg in den Süden seltener antreten.

Belastbar werden die Zahlen, die bisher nur die Online-Meldungen der Nabu-Nutzer enthalten erst im Lauf der Woche. Dann soll Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion, die bereits zum zehnten Mal stattfindet, helfen, ein Bild der deutschen Vogellandschaft zu zeichnen.

Senftenberg

Seit 2011 veranstaltet der Nabu jedes Jahr im Januar die „Stunde der Wintervögel“. Es ist die größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion Deutschlands. Dazu werden die Vögel im Garten, im Park oder auf dem Balkon eine Stunde lang beobachtet. Von jeder Vogelart wird dann die höchste Anzahl notiert, die innerhalb dieser Stunde gleichzeitig zu sehen ist. Letztes Jahr beteiligten sich deutschlandweit 138 000 Menschen an der Zählung.

Noch bis zum Sonntagabend kann sich jeder Lausitzer an der Zählaktion beteiligen.