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| 19:48 Uhr

Bergbaufolgen in der Lausitz
Zweierlei Maß für Bergbau-Opfer

Lauchhammer/Mühlrose. Lauchhammer fordert auskömmliche Entschädigungen für Betroffene der Folgen des Altbergbaus. Von Kathleen Weser

Während Umweltverbände in Sachsen den Plan für den weiteren Kohleabbau im Tagebau Nochten, dem das Dorf Mühlrose (Kreis Görlitz) geopfert werden soll, heftig kritisieren, kämpfen Bewohner auf einer Altbergbau-Kippe in Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) um ihre Häuser und die Existenz.

Mit dem Heimatverlust gegen eine Entschädigung vom aktiven Bergbautreibenden, die einen Neuanfang ermöglicht, hat sich die Mehrheit der Bewohner von Mühlrose gut engagiert. Nach 15 Jahren der Ungewissheit herrscht endlich Klarheit zur Zukunft – und damit Freude.

Im besiedelten Altbergbaugebiet Lauchhammer indes ist alles unklar. Denn für die Spätfolgen des Bergbaus vor 1945 gibt es keine klaren Regelungen. Nachdem die Wohnsiedlung am Grubenteich auf einer Kippe des Alttagebaus Mückenberg vor drei Jahren abgesiedelt und dem Erdboden gleichgemacht worden war, stehen die Eigentümer von vier weiteren Häusern und zwei Gewerbebetriebe in Lauchhammer-Ost jetzt vor der nächsten Tragödie.

Die kalte Enteignung der nicht standsicheren Immobilien und Grundstücke, die Sachverständige als lebensgefährlich beurteilt haben, wird die Stadt Lauchhammer nicht mehr zulassen. Das kündigt der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses, Bernd Nitzscher (Unabhängige Bürgervertretung/UBV), an. Die Kampfansage für die Opfer des Altbergbaus ist an das Land Brandenburg und den Bund adressiert, die der Fachausschuss in der Verantwortung sieht.
Thema des Tages Seite 3