Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr in Summe mehr als 66 Millionen Euro. Außerdem beschäftigen sie 650 Frauen und Männer. Mehr als 50 jungen Menschen bieten sie zudem mit einer Ausbildung eine Zukunft. Die Rede ist von den sechs Gewinnern des Zukunftspreises Brandenburg 2021 – dem wichtigsten Wirtschaftspreis der Mark. In diesem Jahr bewarben sich 82 kleine und mittelständische Unternehmen darum. Der Teilnehmer-Rekord von 2019 mit 75 Mitstreitern wurde somit erneut gebrochen.
In mehreren Auswahlrunden konnten sich sechs Unternehmen gegen die Konkurrenz durchsetzen. „Sie stehen für besondere Leistungen in der Ausbildung, bei der Nachfolge oder für neue Dienstleistungen und Produkte, mit denen sie kreativ, aktiv und innovativ in die Zukunft investieren“, würdigen die Wirtschaftskammern die Gewinner in einer gemeinsamen Pressemitteilung. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gratulierte den Siegern bei der Preisverleihung in Berlin-Schönefeld. Er lobte zudem, wie die Betriebe pandemiebedingte Herausforderungen gemeistert haben. „Die Finalisten des Zukunftspreises zeigen vorbildlich, wie sich Betriebe hochinnovativ und für die digitale Zukunft sehr gut aufstellen können.“
In der letzten Auswahlrunde traten die zwölf Finalisten in sechs Duellen gegeneinander an.

Medizintechnik-Unternehmen entwickelt Therapie gegen Herzinfarkte und Covid-19

Gegen das Spaßbad Spreewelten aus Lübbenau  hat sich das Hennigsdorfer Medizintechnik-Unternehmen Pentracor durchgesetzt. Die Geschäftsführer Ahmed Sheriff und Birgit Vogt haben einen Adsorber entwickelt, der in einem der Dialyse ähnlichen Verfahren ein bestimmtes Eiweißmolekül verringert, das der Körper bei einer Entzündung bildet. Das kommt nicht nur Herzinfarkt-Patienten, sondern auch an Covid-19 Erkrankten zugute. Die Jury des Zukunftspreises Brandenburg lobt neben der medizinischen Innovationskraft die regionale Vernetzung mit Kliniken und der Wissenschaft sowie die Beachtung seitens der internationalen Forschung.

Dentallabor aus Oranienburg mit digitaler Affinität

Der Handwerksbetrieb Birkholz und Mohns siegte gegen den Vertragshändler Harley Station aus Königs Wusterhausen. Die Jury hebt insbesondere die digitale Affinität des Oranienburger Dentallabors hervor. „Alle Chancen werden gnadenlos digital genutzt“, heißt es in der Begründung. Neben dem Engagement in der Ausbildung mit internationalen Azubi-Austauschen werden Birkholz und Mohns für ihr soziales Engagement gepriesen, etwa die Anfertigung von hochwertigem Zahnersatz für sozial benachteiligte Personen.

Der „Hidden Champion“ des Maschinenbaus aus Finsterwalde

Der Hersteller von nachhaltigen Kaffeekapseln Unicaps aus Lübbenau unterlag dem Traditionsunternehmen Kjellberg aus Finsterwalde. Schon vor 100 Jahren wurde an diesem Standort Spitzentechnologie für die metallverarbeitende Industrie entwickelt. Mittlerweile hat sich das Portfolio von Kjellberg um die weltweit erste Plasmaschneidanlage für die Industrie 4.0 erweitert. Für die Jury war zudem ausschlaggebend, dass die Finsterwalder Firma die Standortvorteile der Region nutze und zu 100 Prozent regionale Wertschöpfung betreibe.

Finsterwalde

Konditor aus Luckau revolutioniert sein Handwerk

Im Duell gegen Robert Engelhardt Elektromeister GmbH aus Bernau erhielt Bäckermeister René Klinkmüller aus Luckau den Preis. Laut der Jury setze sich der Konditor mit seiner Schaumanufaktur und seinem Engagement in der Nationalmannschaft der Deutschen Köche „überdurchschnittlich für das Image des Handwerks ein“.

Luckau

Flugzeugentwickler forscht an emissionsfreien Antrieben

Beim Thema Nachhaltigkeit konnte das Luftfahrtunternehmen APUS aus Strausberg mehr Punkte als die Grädler Fördertechnik aus Trebbin einfahren. Die Jury lobte insbesondere die von APUS betriebene Forschung an emissionsfreien Antrieben und die Entwicklung hybridelektrischer Antriebe. „Inhaber wie Mitarbeiter sind Überzeugungstäter im besten Sinne.“ Zudem hoben die Juroren die Ausbildung des Pilotennachwuchses und die Zusammenarbeit mit den Hochschulen hervor.

Handwerksbetrieb führt Traditionen in die Zukunft

Die Tischlerei Mike Beelitz aus Planebruch musste zugunsten der BPD Baudenkmalpflege aus Prenzlau zurückstecken. Der Handwerksbetrieb ist auf die Sanierung von denkmalgeschützten Bauwerken spezialisiert und gibt somit alte Techniken an den Nachwuchs weiter. Für die Juroren ist das Unternehmen ein stabiler Arbeitgeber in der Uckermark, der sich zudem durch großes gesellschaftliches Engagement auszeichne.

Ehrenpreis für einen Holzbildhauer aus Niedergörsdorf

Der Sonderpreis geht in diesem Jahr an Klaus-Peter Gust, der kreative Spielstätten aus Holz seit 30 Jahren anfertigt. Nach der Wende wuchs sein Unternehmen von fünf auf 235 Mitarbeiter an, das heute weltweit tätig ist. Für die Jury ist SIK-Holz ein Leuchtturmunternehmen Brandenburgs.