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| 09:30 Uhr

Verkauf kommt seit Jahren nicht voran
Zukunft von zehn Schlössern in Brandenburg weiter ungewiss

 Am Schloss in Altdöbern soll ein historischer Obstgarten entstehen.
Am Schloss in Altdöbern soll ein historischer Obstgarten entstehen. FOTO: Frank Hilbert
Potsdam/Bonn. Was haben Fürstlich Drehna, Lieberose, Altdöbern, Großkmehlen, Reichenow, Diedersdorf, Steinhöfel, Groß-Rietz, Dahlewitz und Blankensee gemeinsam? Alle haben ein Schloss – und jedes davon ist zu haben. Von Frank Hilbert

„Keiner will Schlossherr in Brandenburg werden“, titelte die RUNDSCHAU im Juli des vorigen Jahres. Hat sich daran inzwischen etwas geändert? Verkaufen will die zehn Schlösser die Deutsche Stiftung für Denkmalschutz (DSD) mit Sitz in Bonn.

 Auch das Schloss in Großkmehlen ist noch immer zu haben, doch es findet sich kein Käufer.
Auch das Schloss in Großkmehlen ist noch immer zu haben, doch es findet sich kein Käufer. FOTO: LR / Daniel Roßbach

Wie von deren Sprecherin Ursula Schirmer zu erfahren ist, habe sich am Ist-Zustand im Vergleich zum vorigen Sommer nichts verändert. „Es gibt noch nichts, was wir berichten könnten. Aber es gibt gute Gespräche mit dem Land“, hält sie sich diplomatisch zurück.

 Das imposante Schloss in Lieberose ist eines der Wahrzeichen der Region, aber seine Zukunft ist ungewiss. Die Brandenburgische Schlösser GmbH hat einiges investiert, um das Gebäude gegen Wind und Wetter zu sichern.
Das imposante Schloss in Lieberose ist eines der Wahrzeichen der Region, aber seine Zukunft ist ungewiss. Die Brandenburgische Schlösser GmbH hat einiges investiert, um das Gebäude gegen Wind und Wetter zu sichern. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Bereits Ende 2017 hatten sich der OSL-Landrat und die Amtsdirektoren von Altdöbern und Ortrand mit einem Brief an Kultur-Ministerin Martina Münch (SPD) gewandt. Darin hatten sie sich besorgt über die Zukunft der Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen geäußert. Vorgeschlagen wurde seitens Landrat Siegurd Heinze (parteilos) ein Vor-Ort-Gesprächstermin. Doch daraus ist offenbar nichts geworden.

Der Erhalt und die zukünftige Nutzung der Schlösser in Altdöbern und Großkmehlen sind Inhalt laufender Gespräche der Deutschen Stiftung Denkmalschutz mit der Brandenburgischen Schlösser GmbH, über dessen Inhalt das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur informiert wird, hieß es auf Nachfrage aus dem OSL-Landratsamt.

In Anbetracht der erheblichen kulturhistorischen Bedeutung der beiden Liegenschaften sei eine langfristige Lösung notwendig. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sei die mögliche Nutzung und Bewirtschaftung allerdings noch offen. Für Landrat Siegurd Heinze müsse, in Abstimmung mit den Kommunen, hierbei die öffentliche Zugänglichkeit der Schlösser und Parkanlagen im Vordergrund stehen.

Zur Erinnerung: Vor 25 Jahren hatten das Land Brandenburg und die DSD mit jeweils gleichem Gesellschafter-Anteil die Brandenburgische Schlösser GmbH (BSG) gegründet, um die vom Verfall bedrohten Immobilien zu retten. Seitdem wurden mehr als 90 Millionen Euro investiert. Vor zwölf Jahren hatte sich das Land aus der Gesellschaft zurückgezogen, hält nur noch einen fünfprozentigen Anteil, die DSD 95.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch das Kultur-Ministerium wie die DSD verhalten auf eine RUNDSCHAU-Nachfrage antwortet: „Momentan können wir leider keine konkrete Auskunft darüber geben, wie es mit den Schlössern der BSG weitergeht, da dazu derzeit noch die Gespräche mit der DSD laufen. Ziel ist eine gemeinsame Vereinbarung zwischen der DSD und dem Land. Wir gehen davon aus, dass diese in den kommenden Monaten abgeschlossen werden kann“, sagt Ministeriums-Sprecher Stephan Breiding.

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