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| 20:02 Uhr

ÖPNV in Brandenburg
Züge nach Berlin sollen alle 30 Minuten fahren

 Im Stundentakt sind derzeit die Odeg-Züge zwischen Cottbus und Berlin unterwegs. Ab 2022 ist für die Strecke Lübbenau-Berlin ein Halbstundentakt geplant.
Im Stundentakt sind derzeit die Odeg-Züge zwischen Cottbus und Berlin unterwegs. Ab 2022 ist für die Strecke Lübbenau-Berlin ein Halbstundentakt geplant. FOTO: Frank Hilbert
Forst. Der Verkehrsverbund VBB plant ab 2022 für einige Strecken in Südbrandenburg eine engere Taktung. Nach Berlin soll es künftig im 30-Minuten-Takt gehen. Von Andreas Blaser

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) will zwar nicht den Schienenverkehr neu erfinden, aber irgendwie doch auf neue Gleise setzen. Mit dem Netz Elbe-Spree und dem Netz Lausitz soll ab dem Jahr 2022 im Süden Brandenburgs auf einigen viel genutzten Bahnlinien ein 30-Minuten-Takt eingeführt werden. Wird außerdem rechtzeitig das zweite Bahngleis zwischen Cottbus und Lübbenau gebaut, soll dieser 30-Minuten-Takt auch auf diese Strecke erweitert werden.

Brandenburgs Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) ordnete am Dienstag bei „VBB im Dialog“ in Forst die Ausschreibung für das Netz Elbe-Spree mit 28 Millionen Zugkilometern als die größte derartige Ausschreibung in Deutschland ein. Das Netz soll mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 in Kraft treten. Technisch bedeutet das für den Reisenden unter anderem größere Züge und vor allem Wlan in den Zügen. In der Lausitz sind drei Strecken betroffen. Beim RE 2 Cottbus-Lübbenau-Berlin wird es in der Hauptverkehrszeit eine Angebotsverdichtung auf den 30-Minuten-Takt für den Streckenteil Berlin-Lübbenau geben. Ab 2025 soll dieser Takt auf die gesamte Strecke Cottbus-Berlin ausgeweitet werden und ganztägig gelten. Die Züge sollen dabei abwechselnd mal über den BER fahren und mal über die Berliner Stadtbahn. So ist auch eine gute Anbindung der Lausitz an den Flughafen gesichert. Eingeplant sind durchgehend 550 Sitzplätze pro Fahrt, und auch Raddusch, Kolkwitz und Kunersdorf sollen wieder angefahren werden. Die Pläne für Cottbus-Lübbenau stehen aber unter dem Vorbehalt, dass 2025 das zweite Bahngleis fertiggestellt ist.

Auf der Strecke Senftenberg-Lübbenau-Berlin soll ab 2022 der RE 7 fahren. Diese Linie löst die RB 24 ab und fährt direkt auf die Berliner Stadtbahn.

Außerdem soll es zu den Hauptverkehrszeiten eine neue Direktverbindung Berlin-Finsterwalde (RE 8) geben.

Das Netz Lausitz umfasst die Linien RE 10, RE 13, RB 11 und RB 49 – und gilt gleichfalls mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022.

Beim RE 10 handelt es sich um die Direktverbindung Leipzig-Frankfurt (Oder) über Cottbus. VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel verwies beim RE 10 auf dessen über die Region hinausgehende Bedeutung – der Flughafen Leipzig/Halle als mögliches Ziel von Reisenden –, worauf man unter anderem mit Kofferregalen nahe den Sitzplätzen und auch größeren Abständen zwischen den Sitzen reagiere.

Beim RE 13 zwischen Senftenberg und Cottbus handelt es sich um eine neue Linie, um das Lausitzer Seenland in einem 30-Minuten-Takt anzubinden. Die Verbindung soll von Montag bis Freitag ganztägig sein. Überlegt wird noch, die Linie nach Elsterwerda zu verlängern.

Die Linie RB 11 Falkenberg-Cottbus-Frankfurt (Oder) verknüpft in Cottbus die bisherigen Linien RE 10, RB 43 und RB 11. Möglich ist zudem eine Taktverdichtung auf der Strecke Cottbus-Leipzig.

Bei der Strecke RB 49 Falkenberg-Ruhland-Cottbus ist geplant, das Angebot außerhalb der Hauptverkehrszeiten auszuweiten.