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Zeugnis schlecht? Kein Grund zur Sorge

Rund 283 000 Brandenburger Schüler bekommen am Mittwoch zum letzten Schultag vor den Sommerferien ihre Zeugnisse.
Rund 283 000 Brandenburger Schüler bekommen am Mittwoch zum letzten Schultag vor den Sommerferien ihre Zeugnisse. FOTO: Ina Fassbender (dpa)
Cottbus. Für rund 283 000 Schüler an 917 Schulen in Brandenburg gibt es am heutigen Mittwoch Zeugnisse. Nicht alle, können sich über Einsen und Zweien freuen. Für alle, denen ihre Noten Sorgen bereiten, gibt es Hilfe. bob

Es ist soweit. Nach den Sachsen haben nun auch die Brandenburger Schüler endlich frei. "Das Zeugnis zu bekommen, ist für Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern oft ein aufregender Moment. Viele werden glücklich über die Zensuren sein, manche etwas betrübt", schreibt Bildungsminister Günter Baaske (SPD) zum Abschluss des Schuljahres.

Kinder und Jugendliche, die ihrer Zeugnisvergabe sorgenvoll entgegensehen, rät das Ministerium, sich an einen Lehrer ihres Vertrauens zu wenden. Beratung und Hilfe leisten zudem die Schulpsychologen der staatlichen Schulämter, Erziehungs- und Familienberatungsstellen in den Kommunen sowie die Kinder- und Jugendnotdienste.

Extra für Kinder und Jugendliche ist auch die bundesweite "Nummer gegen Kummer" eingerichtet, gebührenfrei und anonym und Telefon 116111. "Es ist gut, wenn sich Kinder und Jugendliche an uns wenden, statt aus Angst vor Ärger am letzten Schultag stundenlang in der Stadt herumzuwandern", sagt Anna Zacharias von der Geschäftsstelle des Vereins "Nummer gegen Kummer". Im Gespräch mit einem Berater könne gemeinsam überlegt werden, wie man die schlechten Nachrichten am besten überbringt und wie Kinder, Jugendliche und ihre Eltern möglichst konfliktfrei über das Thema Schule sprechen können.

Auch Eltern haben Gesprächsbedarf. das zeigt die Reaktion auf das ebenfalls eingerichtete Elterntelefon unter 08001110550. "Unsicherheiten und Probleme rund um die Schule sind regelmäßig Thema in der Beratung, nicht nur kurz vor den Sommerferien", berichtet Rainer Schütz, Geschäftsführer des Vereins. "Aber auch von Überforderung bis hin zur Gewalt in der Familie wird am Elterntelefon berichtet", so Schütz.

Was können Eltern tun? "Nicht sofort losschimpfen", rät Anna Zacharias, "sondern lieber erstmal tief durchatmen". Oft sind die Kinder selbst enttäuscht über eine schlechte Note, denn sie haben sich ja oft auch ein ganzes Schuljahr lang angestrengt. Diese Leistung anzuerkennen und das, was gut lief, auch zu loben, tröste und könne dem Kind helfen, mit der Enttäuschung besser umzugehen. Auch könnten regelmäßige Gespräche zwischen Kindern und Eltern helfen, Sorgen oder Unterstützungsbedarf frühzeitig zu erkennen und so Schulproblemen vorzubeugen.