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| 02:38 Uhr

Zerstörte Windräder unter der Lupe

Gerade erst ist ein Rotorblatt an einer Windenergieanlage in der Uckermark in Zichow (l.) aus ungeklärter Ursache abgebrochen. Im sächsischen Windpark Sitten demontieren Arbeiter bereits eine Windkraftanlage, die vor dem Jahreswechsel beschädigt wurde.
Gerade erst ist ein Rotorblatt an einer Windenergieanlage in der Uckermark in Zichow (l.) aus ungeklärter Ursache abgebrochen. Im sächsischen Windpark Sitten demontieren Arbeiter bereits eine Windkraftanlage, die vor dem Jahreswechsel beschädigt wurde. FOTO: dpa
Berlin/Dresden. Vier Havarien in vier Wochen: Der Bundesverband Windenergie (BWE) hält die Windkraftanlagen in Deutschland auch nach mehreren Fällen von umgestürzten Windrädern für sicher. Es handele sich um Einzelfälle, sagte ein Sprecher. dpa/uf

Es gebe rund 26 500 Anlagen bundesweit - und im Schnitt sechs bis sieben Zwischenfälle pro Jahr, in denen es nach einem Blitzeinschlag brenne oder ein Rotorblatt abbreche. Dass es binnen vier Wochen vier betroffene Anlagen gebe, sei durchaus ungewöhnlich, so der Verband.

Erst Anfang der Woche war ein knapp 100 Meter hohes Windrad bei Hamburg umgestürzt, zudem brach der 40 Meter lange Flügel eines Windkraftrads in Zichow in der Uckermark ab.

Weitere Fälle machten vor dem Jahreswechsel Schlagzeilen: In Sachsen knickte ein 95 Meter hohes Windrad im Windpark Sitten bei Leisnig wie ein Strohhalm ein, in Süderholz (Mecklenburg-Vorpommern) fiel Mitte Dezember ein 70 Meter hoher Windradturm um.

Gutachter prüften nun jeden Einzelfall genau, sagte der BWE-Sprecher. Zumindest bei den beiden Fällen in Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern stehe bereits fest, dass es keine Wartungslücken gab. "Jetzt ist die Frage umso wichtiger, an welchem Bauteil es gelegen hat und ob man dieses bei künftigen Wartungen genauer unter die Lupe nehmen muss."

Sämtliche Windkraftanlagen werden laut BWE, der die Betreiber von Windrädern vertritt, nach den Richtlinien des Deutschen Instituts für Bautechnik regelmäßig überprüft. Alle zwei bis vier Jahre die Standsicherheit, die elektrischen Anlagen alle sechs Monate.

In der Region hatte 2007 ein Vorfall für Aufsehen gesorgt. Der Rotorflügel einer Anlage bei Wahrenbrück (Elbe-Elster) war damals abgebrochen und bis in ein rund 200 Meter weit entferntes Getreidefeld geflogen.