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| 09:35 Uhr

Warme Temperaturen und Sommerzeit
Zehn Wildunfälle in Südbrandenburg in zwei Stunden

 Ein Verkehrsschild warnt vor Wildwechsel an einer Landstraße. Mit steigenden Temperaturen sind Autofahrer verstärkt mit Wildwechsel konfrontiert. Auch in Südbrandenburg häufen sich die Vorfälle wieder.
Ein Verkehrsschild warnt vor Wildwechsel an einer Landstraße. Mit steigenden Temperaturen sind Autofahrer verstärkt mit Wildwechsel konfrontiert. Auch in Südbrandenburg häufen sich die Vorfälle wieder. FOTO: dpa / Jan Woitas
Cottbus. Der Freitagmorgen begann für mindestens zehn Autofahrer mit einem Schrecken. Der Deutsche Jagdverband weiß, was zu tun ist, wenn es zu einem Wildunfall kommt.

Die steigenden Temperaturen bringen Bewegung in die BEwohner von Wäldern und Feldern.Viele Rehe, Hirsche, Wildschweine und auch Kleinsäuger wie Marder und Feldhasen verlassen jetzt ihre Winterquartiere, um auf Futter- und Partnersuche zu gehen“, sagt Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund. Und das sehr zum Leid von Autofahrern, und auch zum Leid der Tiere.

Wildunfälle häufen sich wieder

Wie die Pressestelle der Polizeidirektion Süd in Cottbus informiert, haben sich am Freitagmorgen in nur zwei Stunden, zwischen 4.30 Uhr und 6.30 Uhr zehn Wildunfälle ereignet. In den vergangenen Tagen häufen sich die Polizeimeldungen mit Wildunfällen. So etwa im Elbe-Elster-Kreis. Hier kam es von Mittwoch auf Donnerstag zu sechs Wildunfällen. Auch in Spree-Neiße krachte es mehrfach innerhalb weniger Stunden.

Im Spreewald ereigneten sich am Donnerstag ebenfalls mehrere Wildunfälle. Fast zeitgleich krachte es am Donnerstag gegen 05:15 Uhr bei Lieske sowie bei Bischdorf zwischen Wildtieren und Fahrzeugen. War es bei Lieske ein Wildschwein, war es in Bischdorf ein Reh. Die Schadenshöhe beträgt mehrere hundert Euro. Gegen 7.15 Uhr kollidierten bei Calau ein Reh und ein Renault. Für das Tier endete das Treffen tödlich. Am Kleintransporter entstand ein Sachschaden von mehreren hundert Euro.

Ein Grund für die vermehrten Wildunfälle ist auch die Umstellung auf Sommerzeit. „Morgendlicher Berufsverkehr und Dämmerung fallen dann für mehrere Wochen zusammen – das Risiko für Wildunfälle steigt erheblich“, so der Deutsche Jagdverband.

Vorbeugend hilft nur: vorsichtig fahren

Die einzige Möglichkeit Wildunfälle zu vermeiden, ist laut Polizei Brandenburg aufmerksam zu fahren. „Seien Sie sich der Unfallgefahr bewusst und fahren Sie mit angepasster Geschwindigkeit in waldreichen Gebieten zwischen Feldern. Beachten Sie die Warnschilder für Wildwechsel und seien Sie jederzeit bremsbereit! Reduzieren Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit das Tempo deutlich“, heißt es in einem Flyer zum Thema Wildwechsel vom Landesjagdverband und der Polizei Brandenburg.

Doch, was tun, wenn ein Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht mehr zu vermeiden ist? Hier ein paar Verhaltenstipps vom Deutschen Jagdverband:

▶ Taucht Wild am Straßenrand auf: abblenden, hupen und kontrolliert bremsen. Achtung: Rehe, Hirsche und Wildschweine sind meist nicht allein unterwegs.

▶ Ist eine Kollision mit einem Wildtier unvermeidbar, Lenkrad gut fest-halten und weiterfahren. Unkontrollierte Ausweichmanöver können schlimme Folgen haben. Auch für andere Verkehrsteilnehmer.

▶ Nach einem Unfall: Warnblinkanlage einschalten und Unfallstelle ab-sichern. Das Tier, sofern möglich, mit Handschuhen bergen und an den Randstreifen schaffen, damit keine Folgeunfälle passieren. Eigene Sicherheit beachten!

▶ Ein verletztes Tier weder berühren noch verfolgen oder gar mitnehmen: Verletzungsgefahr für den Menschen und Todesangst für das Wildtier. Wer sich Wild aneignet, macht sich zudem der Wilderei schuldig, Strafanzeige droht.

▶ Unfall unverzüglich der Polizei melden – auch wenn das Tier geflüchtet ist. Tierschutz geht vor. Bescheinigung über den Wildunfall ausstellen lassen. Das ist wichtig für den Schadensersatzanspruch.

Ein Großteil der Wildunfälle geht für viele Autofahrer glimpflich und meist mit Sachschäden am Auto aus. Für die Tiere sieht es meist schlechter aus, diese lassen oft ihr Leben. Doch nicht immer verlaufen Wildunfälle ohne größere Schäden, sondern können sehr tragisch enden. So, wie im vergangenen Dezember.

An Heiligabend kam eine 46 Jahre alte Autofahrerin ums Leben, nachdem sie mit ihrem Wagen auf der Autobahn A10 zwischen den Anschlussstellen Potsdam-Nord und Spandau mit einem Wildschwein kollidiert war. Nach Angaben der Polizei geriet ihr Auto nach dem Zusammenprall ins Schlingern und schleuderte neben der Fahrbahn gegen einen Baum. Die im Fahrzeug eingeklemmte 46-Jährige musste von der Feuerwehr befreit werden und starb wenig später in einem Krankenhaus.

(lsc/dpa)