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| 08:14 Uhr

Robert-Koch-Institut
Zeckenstiche: Mehr Erkrankungen als 2017 in Brandenburg

Solche Schilder warnen in Gebieten mit viel Zeckenbefall Waldbesucher.
Solche Schilder warnen in Gebieten mit viel Zeckenbefall Waldbesucher. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Die Zahl der Borreliose-Fälle in Brandenburg ist gestiegen. Laut Experten besteht aber kein Grund zur Sorge.

In Brandenburg sind die nach Zeckenbissen aufgetretenen Erkrankungen höher als im Vergleichszeitraum 2017. Bis zum vergangenen Sonntag wurden landesweit 613 Borreliose-Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium auf dpa-Anfrage mitteilte. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 509.

Landkreis Barnim am meiste betroffen

Die meisten Borreliose-Erkrankungen wurden den Angaben zufolge aus dem Landkreis Barnim (77) gemeldet. Danach folgten die Landkreise Oberhavel (59) und Dahme-Spreewald (54). Am wenigsten Vorfälle gab es bisher in der kreisfreien Stadt Cottbus (6) und dem Landkreis Elbe-Elster (8).

Eine Zecke sucht nach einer guten Stelle zum Stechen.
Eine Zecke sucht nach einer guten Stelle zum Stechen. FOTO: dpa / Patrick Pleul

Anstieg der Erkrankungen auch in Sachsen

Auch im Freistaat Sachsen sind in den ersten sechs Monaten des Jahres mehr Erkrankungen an Lyme-Borreliose registriert worden als im Vorjahreszeitraum. Nach einer jüngsten Statistik des Gesundheitsministeriums gab es 593 Fälle und damit 145 mehr als in den beiden ersten Quartalen 2017. «Die tatsächliche Anzahl dürfte höher sein, da nicht jede Infektion festgestellt oder gemeldet wird», sagte ein Sprecher.

Experten: kein Grund zur Sorge

Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist das vergleichweise höhere Vorkommen an gemeldeten Fällen jedoch noch kein Grund zur Besorgnis. „Dieses Jahr ist es einfach etwas früher“, sagte Susanne Glasmacher, Sprecherin des Instituts, mit Blick auf die Zahlen. Wochen mit über 60 gemeldeten Erkrankungen habe es 2017 erstmals Anfang Juli gegeben. Dieses Jahr wurden bereits Ende Mai (22. KW) 63 Vorfälle gemeldet.

Tiere werden bei acht Grad aktiv

Bei der Krankheit gelangen durch Zeckenstiche Bakterien – Borrelien – in den menschlichen Körper, was zu Infektionen führen kann. Die kleinen Tiere werden laut dem RKI bereits ab Temperaturen um die acht Grad aktiv. „Wir hatten auch schon Meldungen aus Dezember und Januar“, sagte Glasmacher. Man sollte daher ganzjährig aufpassen und sich nach einem Spaziergang im Wald gründlich absuchen. Besonders gerne verstecken sich Zecken an geschützten Orten wie Knie- und Armbeugen oder im Schritt.

Zecken lauern in Büschen und Gräsern

Doch nicht nur im Wald kann man sich die Tiere einfangen. Das Institut bekomme auch Borreliose-Meldungen aus der Berliner Innenstadt. „Parks und den eigenen Garten darf man nicht unterschätzen“, warnte Glasmacher. Meist werden Zecken von tieferen Büschen oder Gräsern abgestreift. Schützen kann man sich mit langer Kleidung und in der Apotheke erhältliche Sprays. Da die Borellien im Verdauungstrakt der Zecke sitzen, dauere es bis zu acht Stunden, bis die Bakterien in das Mundwerkzeug und von dort in den menschlichen Körper gelangten, erklärte Glasmacher.

Bei Rötung nach Zeckenbiss zum Arzt

Hat man eine Zecke entdeckt, sollte man diese vorsichtig und langsam rausziehen, rät Glasmacher. „Zieht man zu ruckartig, kann die Zecke zerreißen und die Mundwerkzeuge bleiben im Körper stecken.“ Anschließend rät Glasmacher dazu, die Stelle gut zu beobachten. „Bildet sich eine kreisrunde Rötung, sollte man schleunigst einen Arzt aufsuchen“. Eine Therapie mit Antibiotikum könne bei einem begründeten Borrelioseverdacht helfen.

(dpa/uf)