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| 10:38 Uhr

Unfallstatistik
Zahlen der Autobahnunfälle an Baustellen hat sich in Brandenburg vervierfacht

Sommer 2017: tödlicher LKW-Unfall auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Lübbenau und Duben.
Sommer 2017: tödlicher LKW-Unfall auf der A13 zwischen den Anschlussstellen Lübbenau und Duben. FOTO: Feuerwehr Lübbenau
Potsdam. Mehr Unfälle, mehr Verletzte, mehr Tote – die Unfallbilanz für 2017 fällt in Brandenburg verheerend aus. Ein Grund: Auf den Autobahnen kracht es immer öfter. Vor allem an Baustellen gibt es einen deutlichen Anstieg.

Von 819 hat sich die Zahl der Unfälle auf Autobahnbaustellen in Brandenburg im vergangenen Jahr sprunghaft auf 2249 nahezu vervierfacht. Das geht aus der Unfallstatistik hervor, die Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Montag in Potsdam präsentiert hat.

Auch die Zahl der Verkehrstoten auf den Autobahnbaustellen hat sich von einem auf drei erhöht. Ein Schwerpunkt sind die Lausitzer Autobahnen. Im vergangenen Sommer hatte es dort mehrfach heftige Unfälle gegeben. Insgesamt kamen 23 Personen 2017 auf Brandenburger Autobahnen ums Leben. Als Problem sieht der Innenminister dabei auch den Güterverkehr. Die Polizei registrierte in Brandenburg im vergangenen Jahr 39 Verkehrstote im Zusammenhang mit LKW-Unfällen

Im Ganzen sieht die Verkehrsbilanz für 2017 düster aus. Landesweit kamen 148 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Umgerechnet auf die Einwohnerzahl ist Brandenburg damit das gefährlichste Bundesland (59). „Das ist mir zu viel“, sagte Schröter. Sachsen lag 2017 dagegen mit 36 Verkehrstoten noch unter dem Bundesschnitt von 38 Toten pro einer Million.

Zu den Hauptursachen zählen weiterhin überhöhte Geschwindigkeit und missachtete Vorfahrt. Überproportional viele tödliche Unfälle gab es nach der Kollision mit Alleebäumen. Von diesen Unfällen ging mehr als ein Drittel tödlich aus.

„Wir sind aufgefordert, mehr Prävention, aber auch mehr Repression durchzusetzen“, sagte Schröter am Montag und forderte unter anderem 1000 Euro Strafe für Rettungsgassen-Rowdys.

Infrastrukturstaatsekretärin Ines Jesse kündigte an: „Unfallschwerpunkte werden baulich entschärft und mit der Verkehrssicherheitskampagne sind wir seit 20 Jahren in allen Landesteilen unterwegs – um nur zwei Beispiele zu nennen.“

Die Fakten:

Mit 85.370 Verkehrsunfällen im Jahr 2017 ist in Brandenburg ein Anstieg der Verkehrsunfallzahlen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen (+ 3,3 Prozent oder 2.738 Verkehrsunfälle mehr).

Am deutlichsten gestiegen ist die Anzahl der Verkehrstoten in den Unfallursachen Geschwindigkeit um 23,5 Prozent (von 34 auf 42) und Vorfahrt um 60 Prozent (von zehn auf 16).

(iwe)