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| 01:03 Uhr

Zahl der Neonazis im Land hat zugenommen

Potsdam.. Der Verfassungsschutz beobachtet die Stärkung des rechtsextremistischen Lagers mit Sorge.

Zwar sei die geplante "Nationale Volksfront" aus NPD, DVU und Neonazis "so in Brandenburg noch nicht erkennbar", sagte die neue Verfassungsschutz-Chefin Winfriede Schreiber in Potsdam. Doch müsse die zunehmende Tendenz zur Vernetzung und zu Bündnissen sehr ernst genommen werden.
Die Vernetzung schlage sich zum Beispiel auch in der zunehmenden Kooperation von DVU und NPD nieder, erklärte Schreiber, die in der PDS-Landtagsfraktion zum Thema referierte. Die DVU, die im neuen Landtag mit sechs Abgeordneten vertreten ist, nähere sich der NPD an - auch "in der Sprache", sagte Schreiber. DVU-Funktionäre sprächen auf NPD-Veranstaltungen.
Nach Angaben der Verfassungsschutz-Chefin haben sich auch Teile der Neonazi-Szene der NPD angenähert. Unter den Neonazis werde derzeit diskutiert, wie weit die Zusammenarbeit mit der NPD gehen solle. Der NPD sei es inzwischen gelungen, Abwanderungen junger Mitglieder in den neonazistischen "Bund neue Ordnung" auszugleichen, erläuterte Schreiber. Durch die Übertritte sei die Zahl der Neonazis im Land von 220 auf 300 gestiegen.
Trotz der Wahlabsprachen mit der DVU rechnet der Verfassungsschutz nicht damit, dass die NPD auf Aktivitäten in Brandenburg verzichten wird. "Es gibt deshalb keinen Anlass zur Entwarnung", so Schreiber. Zur bundesweiten Diskussion um ein NPD-Verbot sagte die Verfassungsschutz-Chefin, es müsse genau geprüft werden, wo es sinnvoll ist. (Eig. Ber./ma)