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| 17:51 Uhr

Kriminalstatistik
Zahl der Drogentoten deutlich gestiegen

Tod durch Überdosis: Die Zahl der Rauschgiftopfer in Brandenburg ist 2017 deutlich von 21 auf den Rekord von 30 angestiegen.
Tod durch Überdosis: Die Zahl der Rauschgiftopfer in Brandenburg ist 2017 deutlich von 21 auf den Rekord von 30 angestiegen. FOTO: Marcus Simaitis / dpa
Potsdam. Trotz sinkender Kriminalität gibt es einige besorgniserregende Trends in der Brandenburger Kriminalitätsstatistik.

Insgesamt sind es sehr positive Zahlen, die Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Donnerstag der Öffentlichkeit in Potsdam vorgestellt hat. Die Kriminalität im Land ist deutlich zurückgegangen. 175 000 Fälle verzeichnet die Statistik für das Jahr 2017. Der stetige Abwärtstrend der vergangenen Jahre setzt sich somit fort. Vor 20 Jahren gab es noch 100 000 Fälle mehr pro Jahr. Doch es gibt auch einige Trends, die der Polizei im Land Sorgen bereiten. Eine Übersicht:

Aufklärungsquote: Jede zweite Straftat im Land wird aufgeklärt. So die ganz grobe Einordnung. 55,3 Prozent beträgt die Aufklärungsquote ganz genau. Auch das ein erneuter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Natürlich stecken dahinter höchst unterschiedliche Realitäten: Während beispielsweise so gut wie jedes Rauschgiftdelikt, das entdeckt wird, aufgeklärt wird, sind es beim Fahrradklau gerade einmal 11,2 Prozent.

Diebstahl: Hier ist die Zahl der Fälle 2017 noch einmal deutlich nach unten gegangen. 67 000 sind es laut Statistik, der niedrigste Stand seit 1998.

Einbrüche: Auch hier gibt es einen erfreulichen Trend. Steigende Aufklärungsquote und ein Rückgang um mehr als 1000 Fälle auf nun 3167 sprechen eine deutliche Sprache. Innenminister Schröter verweist allerdings auch darauf, dass dies auch ein Beleg für das gestiegene Bewusstsein der Bürger ist. Der Anteil der gescheiterten Einbruchsversuche ist ebenfalls gestiegen.

Drogen: Die Rauschgiftkriminalität insgesamt ist leicht ansteigend, bleibt aber in etwa auf dem Niveau der Vorjahre. Erschreckend ist der Anstieg der Drogentoten. 30 zählt die Statistik für das vergangene Jahr, der sprunghafte Anstieg des Vorjahres setzt sich damit leider fort. Eine spezielle Droge ist es nicht, die für derartige Ausschläge sorgt. Crystal Meth etwa war 2017 für keinen Drogentoten im Land verantwortlich. Der Innenminister verweist auf die „Drogenkarrieren“ vieler Opfer, die irgendwann zum Tod führten, häufig durch eine Überdosis. Die be­obachtete Ausbreitung von Rauschgiftdelikten der vergangenen Jahre schlage hier zu Buche.

Autoklau: Die Zahl ist erneut leicht gesunken, auf nun 2513 Fälle. Die Aufklärungsquote hat sich leicht verbessert, bleibt aber mit 20 Prozent erschreckend niedrig.

Grenzkriminalität: Aufatmen können die Bürger in den Grenzgemeinden. Vor allem in Guben (minus 25 Prozent) und in Forst (minus 19 Prozent) ist eine Verbesserung der Verbrechenslage erkennbar. Die Grenzgemeinden liegen, was die Kriminalitätsbelastung angeht, aber weiterhin über dem Landesdurchschnitt.

Mord und Totschlag: 19 Mordfälle hatte die Polizei 2017 aufzuklären, drei mehr als im Vorjahr. Totschlag ist um 17 auf 46 Fälle gestiegen.

Sexualdelikte: Deutlich mehr Fälle von Vergewaltigung hat die Polizei 2017 registriert. Die Zahl ist um 37 auf 241 gestiegen. Rückläufig ist die Zahl der sexuellen Nötigungen (107) und des sexuellen Missbrauchs von Kindern (425). Der Anteil von Zuwanderern unter den Tätern im Bereich der Sexualdelikte liegt bei zehn Prozent. Insgesamt geht etwa ein Drittel der Fälle auf das Konto nicht-deutscher Täter. Anders ausgedrückt: Zwei Drittel der Täter sind Deutsche.

Landmaschinen: Hier sehen die Zahlen erfreulich aus. 750 Fälle hat die Polizei im vergangenen Jahr registriert, 113 weniger als im Vorjahr. Dies sei auch den Landwirten zu verdanken, die ihre Geräte mittlerweile besser sichern und den Zugang zu Gehöften erschwert haben, sagt Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke.

Viehdiebstahl: Das Phänomen war erstmals Ende 2015 wieder verstärkt aufgetreten. Auch 2017 steht eine deutlich höhere Fallzahl in der Statistik als in den Jahren zuvor. Die Fälle haben sich aber alle zu Anfang des Jahres ereignet. Seit der Einführung der Soko „Weide“ herrscht weitgehend Ruhe. Polizeipräsident Mörke verspricht zudem, bis Ende des zweiten Quartals einen Ermittlungserfolg präsentieren zu können.

Geldautomaten: 26 Automaten wurden 2017 in Brandenburg gesprengt. Zehn Fälle konnten mittlerweile durch eine deutsch-polnische Polizei-Aktion vor wenigen Wochen aufgeklärt werden. „In enger Zusammenarbeit mit den polnischen Kollegen“ kündigt Mörke weitere Ermittlungserfolge in den kommenden Wochen an.

Planenschlitzer: Die Diebe, die nachts aus Lastwagen auf den Autobahnraststätten Waren klauen, bleiben eine Landplage. 2017 hat sich die Zahl der Fälle nahezu verdoppelt. Die Schadenssumme war mit 1,2 Millionen Euro noch nie so hoch wie im vergangenen Jahr.

„Im Jahr 2017 ist Brandenburg sicherer geworden“, sagt Karl-Heinz Schröter.
„Im Jahr 2017 ist Brandenburg sicherer geworden“, sagt Karl-Heinz Schröter. FOTO: Ralf Hirschberger / dpa