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| 16:50 Uhr

Wolf vor Schule in Rathenow gesichtet

Die Rückkehr der Wölfe nach Brandenburg und die Berichte zum Thema: Panikmache oder Euphorie?
Die Rückkehr der Wölfe nach Brandenburg und die Berichte zum Thema: Panikmache oder Euphorie? FOTO: Patrick Pleul (dpa-Zentralbild)
Rathenow. Im Stadtgebiet von Rathenow (Landkreis Havelland) ist vor einer Grundschule ein Wolf von mehreren Personen gesichtet worden. Das bestätigen Schule, Landratsamt und die Untere Naturschutzbehörde. Nun wurde ein Eilantrag zum Fangen oder zum Abschuss des Tieres gestellt. Rüdiger Hofmann

Nach der Sichtung des Wolfes vor der Otto-Seeger-Grundschule in Rathenow in der vergangenen Woche hat das Landesumwelt Brandenburg beim Landratsamt Havelland einen Ausnahmeantrag zum Fangen oder Schießen von Wölfen gestellt. Normalerweise dürfen Wölfe in Brandenburg nicht abgeschossen werden. "Im Interesse der öffentlichen Sicherheit zum Fangen beziehungsweise Töten eines Wolfes im Stadtgebiet von Rathenow bitten wir um sofortige Genehmigung aufgrund der potenziellen Gefahrenlage. Auch für den Fall, dass der Wolf erneut im Stadtgebiet verhaltensauffällig auftritt", heißt es in dem Schreiben von Matthias Hille vom Landesumweltamt.

"Der Wolf ist seit drei Tagen nicht mehr gesichtet worden", sagt Caterina Rönnert, Pressereferentin des Landkreises Havelland. Sie kann aber definitiv bestätigen, dass es sich bei dem Tier um einen Wolf gehandelt hat. Eine endgültige Entscheidung zum Abschuss oder zum Fangen des Tieres sei noch nicht gefallen. "Wir sind aktuell in engen Abstimmungen mit allen beteiligten Akteuren", so Rönnert. Herzu zählen neben dem Landratsamt Havelland und der Stadt Rathenow das Brandenburger Ministerium, das Landesumweltamt, Ordnungsamt sowie die Untere Naturschutzbehörde. Alle Akteure sind aufgefordert, sich per Stellungnahmen zum Vorfall zu äußern.

Mehrere Bürger der Stadt Rathenow hatten zudem geschildert, dass es sich bei dem gesichteten Wolf um ein verhaltensauffälliges Tier handelt. Der Schulleiter der Otto-Seegr Grundschule, Ralph Stieger, teilte mit, dass Kinder seiner Schule am 13. und 14. Dezember einen Wolf auf dem Schulweg beobachteten. Ein Mädchen (11 Jahre) schilderte eine Begegnung, dass der Wolf sich dem Kind bis auf 2 Meter näherte und anschließend zurückwich. Von einer Kitaleiterin wurde berichtet, dass sie vom Fenster aus mitten am Tag im Garten einen Wolf beobachtete, der dort Äpfel unter einem Baum fraß. Das sei allerdings nicht ungewöhnlich, da Wölfe im Herbst auch mal Äpfel fressen. Weitere Beobachtungen soll es von einem Wolf geben, der auf einem Komposthaufen nach Fressbarem gesucht hat. "Es gibt weitere dokumentierte Belege aus dem Stadtgebiet von Rathenow", so Matthias Hille vom Landesumweltamt Brandenburg.

Mit einer Entscheidung zum Fangen und/oder Schießen des Tieres wird in den nächsten Tagen gerechnet.