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| 02:38 Uhr

Wolf und Biber dürfen weiterleben

Bad Saarow. Die deutschen Umweltminister sind gegen radikale Lösungen. Konferenz plädiert für einheitliche Regeln bei Problemtieren. Benjamin Lassiwe / iwe1

Kaum ein Problem hat die Landwirtschaft in Brandenburg und Sachsen in den letzten Monaten so bewegt wie der weitere Umgang mit zwei zurückgekehrten Tierarten: dem Wolf und dem Biber. Doch während Bauernverbände, Schäfer und Jäger von Obergrenzen, Entnahmeregeln und sogar einer Antibaby-Pille für den Wolf sprachen, war davon am Freitag im Brandenburgischen Bad Saarow nicht viel zu spüren. In einem der edelsten Hotels Brandenburgs kamen dort die Umweltminister des Bundes und der Länder zu ihrer turnusgemäßen Konferenz zusammen, die in diesem Jahr unter Brandenburgs Vorsitz steht.

Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) machte klar, dass mit den von Schafzüchtern oder Bauernverbänden gewünschten radikalen Lösungen nicht zu rechnen sei. "Der Wolf ist in Deutschland willkommen", sagte Backhaus. Eine Abänderung der FFH-Richtlinie, durch die der Biber oder der Wolf aus der Liste der besonders geschützten Arten gestrichen werden könnten, komme ebenfalls nicht in Betracht. "Dafür gilt in Europa das Einmütigkeitsprinzip", so Backhaus. "Das ist nicht zu erwarten." Sein Brandenburger Amtskollege Jörg Vogelsänger (SPD) erklärte ebenfalls, dass der Wolf vor 150 Jahren in Deutschland "brutal ausgerottet" worden sei. Dazu hätten die Menschen aber kein Recht gehabt. "Jetzt werden wir Wege finden, um mit dem Wolf zu leben", so Vogelsänger.

Die Konferenz sprach sich für einheitliche Regeln im Umgang mit sogenannten Problemwölfen aus - also Tieren, die etwa durch vorherige Anfütterung verhaltensauffällig geworden sind. Dazu wurde in Bad Saarow ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, der unter dem Vorsitz Brandenburgs tagen soll. Auch zum Bibermanagement soll es einen bundesweiten Austausch geben. "Der Umgang mit dem Wolf ist eine nationale Aufgabe", bekräftigten sowohl Sachsens Umweltstaatssekretär Herbert Wolf (CDU) als auch Backhaus.