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| 17:48 Uhr

Israelbesuch
Woidke zum ersten Mal als Ministerpräsident in Israel

FOTO: Sophia Kembowski / dpa
Potsdam. Für Dietmar Woidke ist es eine späte Premiere: Zum ersten Mal in seiner Amtszeit als Ministerpräsident ist der SPD-Politiker am Sonntag an der Spitze einer Brandenburger Delegation in Israel eingetroffen. „Ich will meinen Beitrag dazu leisten, die Beziehungen zu Israel vor dem Hintergrund der einzigartigen geschichtlichen Verantwortung Deutschlands für die Shoa weiter zu pflegen“, erklärte Woidke vor Beginn der Reise in Potsdam. Von Benjamin Lassiwe

Die Reise Woidkes findet in unmittelbarem Umfeld der Feierlichkeiten zum 70-jährigen Bestehen des Staates Israel statt, dessen Botschafter Jeremy Issacharoff Brandenburg bei einer Rede vor dem Plenum des Potsdamer Landtags am Mittwoch als „wichtigen Partner“ des jüdischen Staates bezeichnet hatte. So war Woidkes Vorgänger Matthias Platzeck (SPD) insgesamt sechs Mal nach Israel gereist, eine siebente Reise leitete der damalige Innenminister Woidke 2013 in Vertretung des damals erkrankten Platzeck. Auch Oppositionsführer Ingo Senftleben (CDU) hatte im vergangenen Jahr eine offizielle Reise ins Heilige Land unternommen.

Einer der wichtigsten Programmpunkte auf Woidkes Israelreise ist die Auszeichnung von Überlebenden der Shoah mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg. Emmie Arbel, Zwie Steinitz und Michael Goldmann-Gilead haben unter anderem vor Brandenburger Schülern, angehenden Polizisten und in den Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen über ihre Zeit in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten berichtet. Zudem sind eine Kranzniederlegung in der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Unterzeichnung einer Vereinbarung zwischen der Gedenkstätte und dem Potsdamer Bildungsministerium geplant. In Anwesenheit von Woidke und Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) soll zudem am heutigen Montag eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Universitäten in Potsdam und Tel Aviv abgeschlossen werden. Anschließend trifft der Ministerpräsident auf die Teilnehmer einer seit zehn Jahren regelmäßig durchgeführten Jugendbegegnung des Brandenburger Landessportbundes mit israelischen Partnern. Und am Mittwoch ist Woidke dabei, wenn Schüler aus Michendorf und der israelischen Partnerschule ins Gespräch kommen.

Auf dem Programm der Delegation stehen auch Besuche in den Palästinensischen Autonomiegebieten: Hier ist Woidke unter anderem in der vom evangelischen Berliner Missionswerk in Beit Jala bei Bethlehem betriebenen Schule „Talitha Kumi“ zu Gast. Zudem will der überzeugte Protestant die Geburtskirche in Bethlehem sowie ein Projekt der Brandenburger Polizei und der palästinensischen Zivilpolizei besuchen. Auch ist eine von der Brandenburger Wirtschaftsförderung organisierte Unternehmerdelegation in Israel vor Ort.