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Woidke hofft auf Lufthansa nach Air-Berlin-Insolvenz

Potsdam/Berlin. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat sich wegen der Air-Berlin-Pleite an den Chef der Lufthansa, Carsten Spohr, gewandt. Er habe auf die "besonderen Interessen" der Hauptstadtregion verwiesen, die berücksichtigt werden müssten. dpa/bob

Nach der Pleite von Air Berlin sehe er, dass voraussichtlich die Lufthansa einen deutlich stärkeren Part am Luftverkehrsstandort Berlin haben werde. "Dies begrüße ich und wünsche mir dabei, dass Sie die besonderen Interessen unserer Region nicht aus den Augen verlieren", betonte Woidke.

Die Bundesregierung setzt derweil auf rasche Ergebnisse der Übernahmegespräche bei der insolventen Air Berlin. "Wir warten jetzt mal ab und hoffen, dass es schnell geht", sagte Wirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) am Samstag in Berlin. Air Berlin verhandele mit der Lufthansa, mit Easyjet, mit Ryanair.

"Ryanair will jetzt sogar die ganze Air Berlin kaufen", sagte Zypries. Auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl komme ins Spiel und wolle die ganze Air Berlin kaufen. Die Ministerin resümierte: "Es gibt jetzt genug Interessenten. Und wie das dann tatsächlich läuft, damit hat die Bundesregierung nix zu tun und ich persönlich auch nicht."

Air Berlin äußerte sich am Wochenende nicht dazu, mit welchen möglichen Partnern derzeit Gespräche geführt werden - auch nicht dazu, wie nahe man dabei einer Lösung ist. Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer sprach sich für eine Übernahme durch die Lufthansa aus. "Ich bin dafür, im Rahmen des Rechts die Lufthansa zu stärken. Durch die Übernahme von Air Berlin können wir eine noch stärkere Lufthansa bekommen."

Unterdessen kann sich auch Niki Lauda, Ex-Formel-1-Star, Luftfahrtunternehmer und Gründer der Air Berlin-Tochter Niki, eine Übernahme seiner einstigen Gesellschaft vorstellen. "Ich habe einen Brief an den Insolvenzverwalter von Air Berlin geschrieben, in dem ich mein Interesse an FlyNiki bekunde", sagte Lauda der österreichischen "Kronen-Zeitung".

Die staatlicher Bürgschaft über 150 Millionen Euro, die nach der Air-Berlin-Pleite versprochen wurde, befindet sich laut Wirtschaftsministerium in der "technischen Umsetzung".