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Woidke bei Dialogforum: Religionen bieten Heimat

Dietmar Woidke kritisiert, dass Religionen immer wieder missbraucht werden.
Dietmar Woidke kritisiert, dass Religionen immer wieder missbraucht werden. FOTO: dpa
Potsdam. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Rolle von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften bei der Integration von Flüchtlingen betont. "Als emotionale Heimat stabilisieren sie den Einzelnen, geben Halt und Orientierung und stützen die Zivilgesellschaft", sagte Woidke beim fünften Dialogforum des "Bündnis für Brandenburg", das sich gestern in Potsdam mit der Rolle von Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften in der Flüchtlingsarbeit beschäftigte. iwe1

Woidke kritisierte, dass Religion immer wieder ausgenutzt und missbraucht werde und Menschen zu Hass, Gewalt und Fanatismus aufstachelte. "Verkünder eines fanatischen und fehlgeleiteten Extremismus geben schon Kindern und Jugendlichen eine fehlgeleitete Perspektive und einen illusionären Lebenssinn", sagte Woidke. Wer unter Berufung auf seine religiösen Überzeugungen andere Religionen abwerte, verleugne seine eigene.

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, erinnerte daran, dass Brandenburg eine der Regionen in Deutschland sei, in der die Bevölkerung das geringste religiöse Selbstverständnis habe. Der Umgang mit Religionen sei deswegen auch eine Bildungsaufgabe. Nötig sei die Integration der Muslime in das deutsche Religionsverfassungsrecht. Der Sprecher des Vereins der Muslime in Potsdam, Musa Yakoud, machte deutlich, dass es in der Stadt noch immer keine feste Moschee gebe. Durch die Flüchtlingswelle seien viele muslimische Gläubige nach Brandenburg gekommen.

"Für uns ist es sehr wichtig, einen festen Gebetsraum zu haben, wo wir als Gemeinschaft unsere Brüder im Islam unterstützen können", so Yakoud. "Es wäre eine sehr schöne Sache für uns, wenn wir endlich in Potsdam eine große Moschee eröffnen könnten."