| 02:38 Uhr

Wissenschaft und Wohnen in Tegel

Senatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Fraktionschef der Linken, Udo Wolf, sprechen über Tegel-Nachnutzungskonzepte.
Senatorin Katrin Lompscher (Linke) und der Fraktionschef der Linken, Udo Wolf, sprechen über Tegel-Nachnutzungskonzepte. FOTO: dpa
Berlin. Der Volksentscheid zur Offenhaltung des Flughafens in Berlin bremst die Planungen für die künftige Nutzung aus. Die Pläne dafür liegen fertig in der Schublade. dpa/uf

Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke) hat am Mittwoch am Flughafen Tegel über die Möglichkeiten einer künftigen Nutzung des Geländes informiert. Nach der Eröffnung des neuen Airports BER in Schönefeld will der rot-rot-grüne Senat auf dem Areal einen Forschungs- und Industriepark für urbane Technologien bauen. Darüber hinaus soll ein neues Wohnquartier entstehen, kündigte Lompscher an. "Die Planungen haben einen hohen verbindlichen Charakter", sagte sie. Die konkrete Umsetzung kann aber erst beginnen, wenn der Zeitplan für Schönefeld und die Schließung Tegels feststeht. Zurzeit ist davon frühestens 2018 auszugehen.

Für eine Offenhaltung des Flughafens Tegel haben die Berliner Oppositionsparteien FDP und CDU einen Volksentscheid am 24. September durchgesetzt. Sie fürchten Kapazitätsprobleme am BER. Der rot-rot-grüne Senat hält dagegen an der Schließung Tegels fest. Das Volksbegehren ist für den Senat rechtlich nicht bindend, der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) will das Ergebnis aber ernst nehmen. Bei einem positiven Votum werde der Senat prüfen, welche Bedingungen dafür nötig wären.

So lange bleibt es bei bloßen Plänen für die Zukunft Tegels. Danach bleiben die zentralen Flughafengebäude stehen. In Terminal A soll die Beuth-Hochschule ziehen, Terminal B ist für ein Gründerzentrum reserviert. Auf dem Papier heißt der umliegende Forschungs- und Industriepark "Berlin TXL - The Urban Tech Republic". 495 Hektar sind dafür vorgesehen, darunter 221 Hektar zusätzlicher Baufläche und 245 Hektar öffentliche Grünfläche.

Für das neue Schumacher Quartier sind 5000 Wohneinheiten geplant. "Das ist deutlich mehr als bei den ursprünglichen Ideen aus dem Jahr 2010", sagte Lompscher. Damals seien es rund 1000 Einheiten gewesen, die Planungen wurden wegen des steigenden Wohnungsbedarfs überarbeitet.

Nun soll rund die Hälfte der Gebäude von landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften errichtet werden. Entstehen sollen Geschossbauten vorwiegend für Mieter. 40 Prozent sollen von Bauherren wie Genossenschaften und Baugruppen getragen werden. Zehn Prozent sind als Studentenwohnungen vorgesehen. Geplant sind auch sechs Kitas und zwei Schulen. Auf 140 000 Quadratmetern nahe der neuen Siedlung sollen Grünflächen gepflanzt und Spielplätze gebaut werden.