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Erschossenes Wisent
Wisent-Tod: Minister kritisiert Pannen bei der Kommunikation Potsdam

Potsdam. Nach dem Tod des bei Lebus (Märkisch-Oderland) erschossenen Wisents hat Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) eine bessere Kommunikation zwischen kommunalen Behörden und der Landesverwaltung gefordert. Das aus Polen zugewanderte Tier war auf Anweisung des Amtes Lebus von örtlichen Jagdpächtern erschossen worden, nachdem man dort von Gefahren für die Bevölkerung ausgegangen war. Von Benjamin Lassiwe

In der Fragestunde des Landtags betonte Vogelsänger auf Nachfrage des Grünen-Abgeordneten Benjamin Raschke, dass Wisente in ganz Europa streng geschützt seien. Auf ihn habe deswegen ein Fernsehbericht „verstörend“ gewirkt, in dem die Jagdpächter mit dem abgetrennten Kopf des Wisents posierten. „Aus Sicht des Artenschutzes hätte ich mir eine andere Entscheidung gewünscht“, sagte Vogelsänger. Das Ministerium hätte beratend einbezogen werden können. „Man hätte die Hotline des Landesveterinärdienstes nutzen können“, fügte Vogelsänger hinzu. „Insbesondere Ordnungsbehörden müssten eigentlich wissen, wo Ressourcen abrufbar sind – etwa Betäubungsgewehre und geübte Schützen.“ Es wäre viel erreicht, „wenn in einem solchen Fall mehr zum Telefon als zur Jagdwaffe gegriffen wird.“ Zudem sprach sich der Minister gegen eine Verwertung des Wisentfleisches aus. „Ich hätte mir erhofft, dass uns diese Bilder erspart geblieben wären.“ Zuvor hatte es auch in Polen massive Kritik am Abschuss des streng geschützten Tieres gegeben. Tierschützer haben unterdessen Strafanzeige gegen den Chef des Lebuser Ordnungsamtes gestellt. Auf Nachfrage der Grünen erklärte Vogelsänger im Landtag, dass es bisher keine Schadensersatzforderungen aus Polen wegen des Abschusses gebe. Forderungen nach einem Managementplan für zuwandernde Wisente wies der Politiker ebenfalls zurück. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger hätte sich eine andere Lösung gewünscht. Foto: dpa