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| 08:36 Uhr

Schule
Brandenburgs Bildungsministerin plant Ausbildungsoffensive

ARCHIV - ILUSTRATION - Eine junge Lehrerin schreibt am 17.08.2016 an eine Schultafel im Mathematikunterricht einer 8. Klasse an einer Integrierten Gesamtschule in Hannover (Niedersachsen).

Am Montag wurden die besten Lehrer Deutschlands ausgezeichnet. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++
ARCHIV - ILUSTRATION - Eine junge Lehrerin schreibt am 17.08.2016 an eine Schultafel im Mathematikunterricht einer 8. Klasse an einer Integrierten Gesamtschule in Hannover (Niedersachsen). Am Montag wurden die besten Lehrer Deutschlands ausgezeichnet. Foto: Julian Stratenschulte/dpa +++(c) dpa - Nachrichten für Kinder+++ FOTO: Julian Stratenschulte / dpa
Potsdam. Die Einstellung von Tausenden neuen Lehrern ist eine der größten Herausforderungen für Brandenburgs neue Bildungsministerin Ernst. Doch die SPD-Politikerin will auch die Betreuung der Kleinsten verbessern. dpa

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) will mit einer Ausbildungsoffensive den Bedarf an Lehrkräften für die kommenden Jahre decken. Dafür solle die Zahl der Lehramtsstudenten an der Universität Potsdam erhöht werden, kündigte die Ministerin am Freitag auf ihrer ersten Pressekonferenz nach gut 100 Tagen im Amt an. Außerdem soll Studenten mit Bachelor-Abschluss der Masterabschluss für das Lehramt ermöglicht werden. Derzeit machen jährlich rund 450 Lehramtsstudenten pro Jahr ihren Abschluss, dies deckt jedoch nur etwa die Hälfte des Bedarfs.

Denn nach Angaben von Ernst müssen bis 2019 noch etwa 2000 Lehrkräfte neu eingestellt werden. Auch danach würden noch für jedes neue Schuljahr rund 1000 neue Lehrer gesucht. „Erst in sechs Jahren wird der Bedarf dann langsam abflachen“, sagte die Ministerin. Der Bedarf könne ohne Seiteneinsteiger nicht gedeckt werden, meinte Ernst. Daher müssten voraussichtlich in den nächsten zwölf Jahren weiter Seiteneinsteiger eingestellt werden, die aber künftig intensiver weitergebildet werden sollen.

Mit mehr als 400 zusätzlichen Lehrkräften dehnt das Ministerium in diesem Schuljahr auch das gemeinsame Lernen von Schülern mit und ohne Handicap von Grundschulen auch auf weiterführende Schulen aus. Daran beteiligen sich inzwischen knapp 130 Einrichtungen im Land.

Einen weiteren Schwerpunkt will Ernst bei der Ausstattung der Schulen für das digitale Lernen setzen. Dazu sollen im Nachtragshaushalt für das kommende Jahr zwei Millionen Euro eingesetzt werden. Schulen können sich um Investitionen in Höhe von mindestens 20 000 Euro bewerben. „Die Initiative muss aus den Schulen kommen, wo die Fachlehrer den notwendigen Bedarf am besten einschätzen und die Konzepte entwickeln können“, betonte Ernst.

Auch die Betreuung in den Kitas soll schrittweise weiter verbessert werden. Ziel sei es, in zehn Jahren in den Krippen rein rechnerisch eine Fachkraft für drei Kinder und in den Kitas eine Erzieherin für acht Kinder zu haben. Derzeit laufen Einstellungen, um den so genannten Betreuungsschlüssel auf 1:5 beziehungsweise 1:11 zu verbessern. Zudem müssen die Eltern vom 1. August an für das letzte Kitajahr keine Beiträge mehr zahlen.

Ernst will erreichen, dass die Kita-Betreuung künftig komplett ohne Elternbeiträge auskommt. „Dies benötigt allerdings Zeit, denn für die Erreichung aller Ziele bei der Kita-Betreuung sind nicht 200 Millionen Euro, sondern eine Milliarde Euro notwendig“, erläuterte sie. Die Förderung von Nachwuchssportlern sieht Ernst in Brandenburg mit drei Sport-Spezialschulen und weiteren mit Sport-Schwerpunkt schon gut aufgestellt. Zudem investiere das Land bis 2019 insgesamt 15 Millionen Euro für die Trainingsmöglichkeiten von mehr als 80 Sportvereinen im Land. Davon fließen demnach allein vier Millionen Euro in Baumaßnahmen an der Spezialschule Sport in Frankfurt (Oder). Bis 2019 will die Landesregierung weitere vier Millionen Euro für Baumaßnahmen der Vereine in den Kommunen zur Verfügung stellen.

Lehrer sind rar in ganz Deutschland. Nach Angaben von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) müssen bis 2019 noch etwa 2000 Lehrkräfte im Land neu eingestellt werden.
Lehrer sind rar in ganz Deutschland. Nach Angaben von Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) müssen bis 2019 noch etwa 2000 Lehrkräfte im Land neu eingestellt werden. FOTO: Julian Stratenschulte / dpa