Dauerhaft rieselten die Flocken: Südbrandenburg wurde am Sonntag mit einer Schneeschicht überzogen. Der von Meteorologen angekündigte Wintereinbruch war da. „Stellenweise fielen fünf Zentimeter Neuschnee, anderswo auch mehr und bis zu zwölf Zentimeter“, sagte Peter Zedler, Meteorologe vom Wetterdienst in Potsdam, auf Anfrage. Auf den Straßen blieben Behinderungen durch den Schneefall aber bislang aus.

Viele Autofahrer ließen ihr Fahrzeug stehen

„Autofahrer haben ihre Fahrweise offenbar den Verkehrsverhältnissen angepasst“, sagte eine Sprecherin des Lagedienstes des Polizeipräsidiums Brandenburg. Oder: Sie sind gleich in den heimischen vier Wänden geblieben und haben den Tag in der warmen Wohnung verbracht. Mit glatten Straßen musste gerechnet werden, aber es seien nicht vermehrt Unfälle registriert worden, sagte sie.
Eine ähnliche Einschätzung gibt es auch von der Leitstelle Lausitz in Cottbus: Die Menschen haben ihr Auto bei diesem Wetter stehen lassen. Es kam zu keiner dramatischen Häufung von Glätteunfällen

Ruhland/Drebkau

Schneeverwehungen zwangen Zugverkehr in die Knie

Im Süden Brandenburgs kam es zu Einschränkungen im Regionalverkehr der Bahn. Beim RE 1 zwischen Magdeburg und Cottbus fielen Züge zwischen Burg (bei Magdeburg) und Magdeburg Hauptbahnhof aus, wie die Deutsche Bahn mitteilte.
Der Zugverkehr zwischen Doberlug-Kirchhain und Leipzig Hauptbahnhof (RE 10) sei eingestellt, ebenso wie der zwischen Calau und Senftenberg (RB 24) sowie der Verkehr der Regionalbahn 49 zwischen Cottbus und Falkenberg (Elster). Zwischen Berlin und anderen Bundesländern gibt es nach den Angaben der Deutschen Bahn Einschränkungen im Fernverkehr.
Wer zu Wochenbeginn den Zug nutzen muss, sollte sich unbedingt vorher im Internet über mögliche Einschränkungen informieren, betonte eine Bahnsprecherin am Abend. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass aufgrund weiterer Schneefälle in der Nacht zum Montag erneut Streckenabschnitte gesperrt werden müssen.
Die böigen Winde sorgten nach Angaben von Meteorologe Zedler für starke Schneeverwehungen. An manchen Stellen sammelte sich die weiße Pracht mehr als 30 Zentimeter hoch, an anderen waren die Straßen wie leer gefegt und zeigten den Belag. „Automatischen Messstationen war bei der Ermittlung der Schneehöhe heute nicht zu trauen“, sagte er.

Winterdienst in Cottbus von gut bis ungenügend

Im Cottbuser Stadtgebiet waren die meisten Straßen vom Winterdienst beräumt worden. Allerdings reicht da die Einschätzung von gut über schlecht bis ungenügend. Über die Kreuzung am Brandenburger Platz mussten sich die Autofahrer beispielsweise noch in den Abendstunden den Weg durch jede Menge Schnee bahnen. Fahren im Schneckentempo war auf vielen Straßen angesagt.
Mit den angekündigten ersten Schneefällen am Morgen waren die Einsatzkräfte des Winterdienstes auch auf Brandenburger Autobahnen unterwegs. Schwerpunkt waren der Berliner Ring bei Michendorf, die A15 Richtung Cottbus und die A9 nach Süden, wie Florian Zettel, Sprecher der Niederlassung Nordost der Autobahn GmbH, auf Anfrage sagte.

Autobahnmeistereien waren im Dauereinsatz

Die Kollegen der Autobahnmeistereien seien im Dauereinsatz und räumten mit schwerer Technik regelmäßig die Fahrbahnen von Schnee und Schneeverwehungen frei. „Sie sorgen für freie Fahrt“, sagte Zettel. Gleichzeitig werde Lauge gestreut, um Vereisungen und Glätte auf den Strecken zu verhindern.
Der Hauptstadt-Flughafen BER stand am Wochenende vor seiner ersten harten winterlichen Bewährungsprobe. „Wir räumen, räumen, räumen“, sagte eine Flughafensprecherin am Sonntag.
Insgesamt seien 40 Spezialfahrzeuge und -geräte gegen Schnee und Eis unterwegs. Geräumt werde auf einer Fläche von 350 Hektar auf der nördlichen Start- und Landebahn, den Rollwegen und dem Vorfeld. Je Schicht seien 40 Mitarbeiter eingesetzt.

Schnee bremste Straßenbahnen in Cottbus aus

In Cottbus behinderten seit dem Morgen Schneeverwehungen den Straßenbahnverkehr. Auf allen Linien müsse mit Verspätungen gerechnet werden, sagte Robert Fischer, Sprecher der Cottbusverkehr GmbH, auf Anfrage. In den Schienen habe sich zudem Schnee zu einer Eisschicht festgefahren. Das müsse entfernt werden. „Der Sonntagsfahrplan konnte aktuell nicht eingehalten werden“, sagte Fischer.

Temperaturen in den nächsten Tagen bis minus 13 Grad

In der Nacht zum Montag wird es erneut schneien. Noch die nächsten Tage wird nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das kalte Winterwetter anhalten. Der Wind bleibe lebhaft und werde zu Schneeverwehungen führen, sagte Meteorologe Zedler.
Mit Temperaturen von stellenweise minus 9 bis minus 13 Grad müsse gerechnet werden. Wobei sich minus 9 Grad aufgrund des böigen Windes wie minus 18 Grad anfühlen. „Es bleibt frostig“, sagte der Meteorologe.