Die Temperatur ist in manchen Nächten dieses Jahr 2021 schon wieder unter fünf Grad gesunken. Das heißt: Es wird glatt und rutschig auf den Straßen. Umso wichtiger ist es, rechtzeitig die Winterreifen aufzuziehen und Unfälle durch Eis, Nässe und Schnee zu vermeiden. Hier findet ihr die Antworten auf die wichtigsten Fragen:
  • Ab wann sind Winterreifen Pflicht?
  • Welche Profiltiefe braucht man in Deutschland?
  • Welche Bußgelder drohen beim Fahren mit Sommerreifen?
  • Ganzjahres- oder Winterreifen: Welche Reifen sind die besten im Test?
  • Braucht man auf dem Motorrad auch Winterreifen?

Winterreifenpflicht in Deutschland: Ab wann braucht man Winterreifen?

In Deutschland gilt keine generelle, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Es heißt zwar: „Von O bis O“, also von Oktober bis Ostern sollten Winterreifen auf das Auto, das ist aber keine offizielle Vorschrift. Situativ bedeutet: Sobald es auf den Straßen winterlich, glatt oder matschig ist, müssen Winterreifen aufgezogen werden. Laut ADAC gilt die situative Winterreifenpflicht nur dann als erfüllt, „wenn auf allen Radpositionen, also auf allen vier Rädern, Winterreifen montiert sind“. Die Reifen erkennt man an einem Schneeflockensymbol.

Winterreifen: Diese Profiltiefe ist in Deutschland vorgeschrieben

Obwohl in Deutschland 1,6 mm Restprofil vorgeschrieben sind, gelten bei der Profiltiefe 4 mm als empfehlenswert. Der ADAC empfiehlt außerdem einen Austausch nach spätestens sechs Jahren, weil das Gummi dann so hart wird dass der „Grip“ bei tiefen Temperaturen nachlässt. Dieser ist wichtig, um Halt auf der glatten Straße zu finden und Unfälle im Winter zu vermeiden.

Bußgeld Winterreifenpflicht: Welche Strafe droht?

Baut man im Winter einen Unfall mit Sommerreifen, kann es teuer werden: Denn es können wegen „grober Fahrlässigkeit“ die Leistungen der Versicherung gekürzt werden – auch bei der Haftpflichtversicherung kann ein Mitverschulden angerechnet werden.
Wird man auf glatter Straße mit Sommerreifen erwischt, kann der Verstoß den Fahrer oder die Fahrerin mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet werden. Wenn andere Autos behindert werden, kann der Verstoß sogar 80 Euro kosten. Einen Punkt in Flensburg gibt es auch.

Winterreifen Test 2021: Ganzjahresreifen, Allwetterreifen oder Winterreifen

Ganzjahresreifen gelten als Winterreifen im rechtlichen Sinne, wenn sie das „Alpine“-Symbol mit der Schneeflocke oder die „M+S-Kennzeichnung“ haben. „M+S“ steht für Matsch und Schnee. Das Symbol ist aber nur noch bis 2024 zugelassen. Danach sind nur noch Ganzjahresreifen mit Schneeflocken-Symbol für den Winter zulässig.
Die Nachteile von Ganzjahresreifen: Sie haben auf Schnee keine so gute Traktion wie Winterreifen. Im Sommer haben die Reifen mit der weicheren Gummimischung einen höheren Abrieb und verschleißen schneller. Das erhöht den Sprit- oder Stromverbrauch.
Das Fazit im Test bei „Auto, Motor und Sport“: „Ganzjahresreifen sind eine ernst zu nehmende Alternative zu den jeweiligen Sommer- und Winterspezialisten.“ Allerdings müssen längere Bremswege und ein eher „winterreifentypisches“, meist etwas schwammiges Fahrverhalten auch im Sommer bei Allwetterreifen in Kauf genommen werden.

Sind Winterreifen auch beim Motorrad Pflicht?

Ausgenommen von der Winterreifenpflicht in Deutschland sind laut ADAC:
  • einspurige Kraftfahrzeuge (zum Beispiel Motorräder)
  • Nutzfahrzeuge der Land- und Forstwirtschaft
  • motorisierte Krankenfahrstühle im Sinne des § 2 Nummer 13 FZV
Reifenhersteller können für Motorräder gar keine „offiziellen Winterreifen“ herstellen. Da es diesenicht gibt. Dennoch gibt es Motorradreifen, die sich zum Fahren im Winter besser eignen und speziell darauf ausgelegt sind – um die Unfallgefahr zu vermindern.