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| 19:42 Uhr

Umweltschutz
Windräder sollen nicht mehr blinken

Das Blinken nervt.
Das Blinken nervt. FOTO: Jens Büttner / picture alliance / Jens Büttner
Potsdam. Brandenburger Grüne wollen Warnleuchten bedarfsgerecht und radargesteuert. Von Benjamin Lassiwe

Wer abends durch Brandenburg fährt, sieht es sofort: Überall im Land blinken rote Punkte rhythmisch am Horizont. Es sind die Warnleuchten der Windkraftanlagen, die für viele Anwohner eine der unangenehmsten Begleiterscheinungen der Windenergie darstellen. Brandenburgs Bündnisgrüne wollen das nun abstellen: Zur Landtagssitzung in dieser Woche legen sie einen Antrag vor, der sich für eine „radargesteuerte, bedarfsgerechte Befeuerung“ der Windräder einsetzt. Was konkret bedeutet: Nur wenn ein neu zu installierendes Radar sieht, dass auch ein Flugzeug in der Nähe ist, sollen die Warnleuchten angehen.

„Das ist ein guter Weg, um das von vielend als störend empfundene nächtliche Blinken erheblich zu reduzieren“, sagt die Landtagsabgeordnete der Grünen, Heide Schinowsky. Allerdings sei die erforderliche Technik noch recht teuer. Man schlage daher vor, Anreize für die Installation solcher Anlagen zu schaffen. „In Schleswig-Holstein müssen beim Einbau solcher Anlagen geringere Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für das Windrat geleistet werden“, sagte Schinowsky. „In Mecklenburg-Vorpommern schreibt die Bauordnung vor, dass solche Systeme ab einer bestimmten Anzahl von Windrädern verpflichtend installiert werden müssen.“

Bei den übrigen Landtagsfraktionen stößt der Vorschlag der Grünen auf Interesse. Man habe Signale erhalten, dass der Antrag ohne Debatte in den zuständigen Fachausschuss überwiesen werden solle, sagte Fraktionschef Axel Vogel. „Aus Sicht der Anwohner ist ein Abschalten der Anlagen sinnvoll“, sagte auch CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben. Allerdings müssten noch Sicherheitsfragen sowie die Kostenfrage geklärt werden. „Wir müssen klären, was passiert, wenn etwas passiert, weil die Warnleuchten ausgeschaltet sind“, sagte Senftleben. „Dann stellt sich unmittelbar die Frage, wer dann haftbar zu machen ist.“