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| 02:34 Uhr

Windkraftgegner warnen vor Menschenversuchen

FOTO: Fotolia
Potsdam. Weil Windräder in Brandenburg immer mehr Greifvögel töten, könnte es zwischen Elbe und Oder bald eine Mäuse- und Rattenplage geben. Bei empfindlichen Menschen erhöhten die überall in Brandenburg zur Stromerzeugung errichteten Windräder zudem die Neigung zu Krampfanfällen. Benjamin Lassiwe

Argumente wie diese brachten am Dienstag Vertreter der Brandenburger Volksinitiative "Rettet Brandenburg", die sich für größere Mindestabstände von Windrädern sowie keine Windräder im Wald einsetzt, im Infrastrukturausschuss des Potsdamer Landtags vor. Die von mehr als 30 000 Brandenburgern unterzeichnete Volksinitiative fordert vor allem die Einführung der so genannten 10-h-Regel. Ihr zufolge soll der Mindestabstand zwischen einem Windrad und der nächstgelegenen Wohnbebauung künftig die zehnfache Höhe des Windrades betragen. Dies hätten sogar schon vier Kreistage beschlossen, sagte die Berliner Kinderchirurgin Regina Pankrath in der Anhörung. Sie warnte davor, durch einen weiteren Ausbau der Windenergie einen "Großversuch am Menschen" durchzuführen. Nicht jeder Mensch werde von Windrädern krank, "aber es gibt auch Kettenraucher, die keinen Lungenkrebs bekommen".

Während die Alternative für Deutschland (AfD) und die Freien Wähler die Volksinitiative unterstützte - der AfD-Abgeordnete Andreas Kalbitz sprach von einer "herrschenden Ignoranz der Windkraftideologen" - hatten Vertreter aller übrigen Fraktionen kritische Nachfragen: So erkundigten sich gleich mehrere Abgeordnete, durch welche Energieträger denn der Windstrom ersetzt werden sollte. Hier sprachen sich die Vertreter der Volksinitiative für den Weiterbetrieb der Lausitzer Braunkohlentagebaue aus - was die ehemalige Umweltministerin Anita Tack (Linke) dann deutlich werden ließ: "Das Leben ist schon etwas komplexer, als nur die Ablehnung von Windkraft und die Schaffung der 10-h-Regelung." Schließlich habe auch der Braunkohlentagebau Folgen für das Weltklima. "Wir müssen da schon etwas stärker in Zusammenhängen denken", sagte Tack. Dass sich die Volksinitiative im Landtag durchsetzen können wird, erscheint da am Ende doch höchst fraglich.