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Wikipedia spricht obersorbisch

Die freie Internet–Enzyklopädie Wikipedia hat seit zwei Monaten auch ein Angebot in obersorbischer Sprache. Die Cottbuser Tageszeitung 20cent sprach darüber mit Mathias Schindler von der Trägergesellschaft Wikimedia Deutschland.


Es gibt nur 15 000 Sprecher des Obersorbischen. Warum startet dafür eine eigene Wikipedia„
Es ist unser Bestreben, die Enzyklopädie in allen Sprachen anzubieten. Natürlich gibt es Ungleichgewichte. Zum Beispiel haben einige afrikanische Sprachen keine Schriftkultur, aber beim Obersorbischen ist dies der Fall.

Wie ist das Projekt entstanden“
Bereits 2005 wurde eine obersorbische Startseite angelegt. Allerdings gab es bis September 2006 meist nur einen Artikel pro Monat und insgesamt erst 62 Artikel. Anfangs sind es meist zwei, drei Nutzer, die Seiten anlegen. Wenn das Projekt bekannter wird, verselbstständigt es sich plötzlich.

Wann wird es online gestellt„
Nach einer Prüfung. Wikipedia rät zur Einstellung von etwa Tausend Basistexten. Diese beinhalten philosophische, geografische und historische Themen.

Wie wird die Qualität geprüft“
Für eine Kontrolle ist es zu früh. In diesem Stadium geht es primär darum, ein neues Angebot zu schaffen. Jetzt mit Schranken zu arbeiten, würde das Projekt als solches gefährden. Wir vertrauen auf die Pioniere der Seite, später greifen die Wiki-Mechanismen.



Sind die Texte vor allem Übersetzungen aus dem Deutschen oder behandeln sie eigene Themen„
Die Autoren befassen sich vor allem mit lokalen Themen und kurioser Weise mit Pflanzen. Momentan stellen die Nutzer der obersorbischen Wikipedia täglich 26 Artikel ein. Es stehen 2750 Beiträge zur Verfügung. Es spielt dabei keine Rolle, ob es Übersetzungen sind - wir stellen Wissen bereit.

Wie geht Entwicklung weiter“
Derzeit haben wir unter: http://incubator.wikimedia.org/wiki/Wp/dsb ein Testwiki, auf dem wir versuchen, die Enzyklopädie auch in niedersorbischer Sprache anzubieten. Wir haben festgestellt, dass das Nieder- und Obersorbische zu verschieden für eine Seite ist. Die Seite wird freigeschaltet, wenn ein Grundangebot besteht.

Mit MATHIAS SCHINDLER sprach Matthias J. Berntsen