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| 02:38 Uhr

Wieder Verzögerungen beim BER

Die Gepäckausgabe im Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld. Freitag tagte der Aufsichtsrat.
Die Gepäckausgabe im Flughafen Berlin Brandenburg (BER) in Schönefeld. Freitag tagte der Aufsichtsrat. FOTO: dpa
Berlin. Die Arbeiten am neuen Hauptstadtflughafen ziehen sich möglicherweise noch bis ins nächste Jahr. Das liegt daran, dass teilweise zu dünne Wasserrohre zu den Sprinklern an den Terminaldecken führen und ausgetauscht werden. Burkhard Fraune /

"Das Sprinklerthema wird uns das ganze Jahr noch begleiten", sagte Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup nach einer Aufsichtsratssitzung am Freitag in Berlin. "Es kann sein, dass es vor Jahresende, es kann aber auch sein, dass es nach Jahresende fertiggestellt wird."

Auf die Frage, ob das Ziel einer Eröffnung des Flughafens im kommenden Jahr noch erreichbar sei, sagte Lütke Daldrup nur: "Es bleibt mein Ziel, baldmöglichst dazu Klarheit zu schaffen." Eigentlich wollte er im Sommer einen Termin nennen. Wie lange die Baufirmen noch brauchen, ist unklar. Lütke Daldrup wollte den drittgrößten deutschen Flughafen im nächsten Jahr eröffnen, die Zeit dafür ist aber sehr knapp. In einigen Medien wurden sogar schon 2019 oder 2020 für eine endgültige Eröffnung ins Gespräch gebracht.

In der Debatte über einen Weiterbetrieb des Berliner Flughafens Tegel ist Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) inzwischen vom Schließungsbeschluss abgerückt. "Eine Hauptstadt mit zwei Flughäfen ist gut vorstellbar", teilte Dobrindt am Freitag mit. Der Bund, Berlin und Brandenburg hatten eigentlich vereinbart, dass der neue Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld der einzige Flughafen für die Region wird und Tegel nach dessen Eröffnung schließt.

"Die Kapazitäten des BER werden mittelfristig für Berlin wohl nicht ausreichend sein", erläuterte Dobrindt. "Auch deshalb kann man über die Offenhaltung des Flughafens Tegel nachdenken."

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) warnt in diesem Zusammenhang vor möglichen rechtlichen Folgen. "Es geht juristisch darum, dass mit Schließung von Tegel die Gesamtzahl der Lärmbetroffenen deutlich reduziert wird", sagte Woidke. Der Flughafen BER war unter der Voraussetzung genehmigt worden, dass dafür die beiden innerstädtischen Flughäfen Tegel und Tempelhof aufgegeben werden. Hauptproblem sei derzeit, dass der Flughafen BER noch nicht laufe, sagte Woidke. "Wenn der BER eröffnet wäre oder wenn wir ihn zeitnah eröffnen könnten, gäbe es diese Diskussion überhaupt nicht."

Berlin dringt nach dem überraschenden Vorstoß des Bundesverkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) für einen Weiterbetrieb des Flughafens Tegel auf eine Klarstellung. "Bei einem so ernsthaften Thema erwarten wir Verlässlichkeit von den Gesellschaftern", sagte Senatssprecherin Claudia Sünder am Freitag. Der Bund müsse klarstellen, ob der Minister eine abgestimmte Meinung vertrete oder nur Wahlkampf mache. "Kein Getöse auf unsere Kosten", forderte Sünder.

Die Berliner stimmen am Tag der Bundestagswahl am 24. September in einem Volksentscheid darüber ab, ob sich der Senat für einen Weiterbetrieb Tegels einsetzen soll.

Zum Thema:
Der Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt in Schönefeld soll den Flughafen Tegel und den geschlossenen Flughafen Tempelhof ersetzen, später auch den Altflughafen in Schönefeld. Er ist für bis zu 27 Millionen Fluggäste jährlich ausgelegt, zu Beginn schafft er aber nur 22 Millionen. Weil das nicht reicht, wird der Ausbau geplant. Schon 2016 flogen 33 Millionen Menschen von und nach Berlin. Die Kosten stiegen seit Baubeginn von zwei auf 6,5 Milliarden Euro. Der leere Flughafen verschlingt jeden Monat 17 Millionen Euro Betriebskosten, zudem fehlen eingeplante Mieteinnahmen von 13 bis 14 Millionen Euro.